Gastbeitrag

Sara, Head of Digital Marketing Fitness First

Allein unter Männern

Ein Triathlon Tagebuch Teil 3

ERSTE VOLKSDISTANZ

Mut bedeutet, den ersten Triathlon zu finishen.  

Am Samstag, den 12.5. war es soweit. Dominik und ich haben den ersten Triathlon in der Sprintdistanz (auch Volksdistanz genannt) gefinisht. Da die Aufregung vor dem richtigen großen Ziel im Juli (Olympische Distanz beim Alpentriathlon am Schliersee) immer größer wurde und wir keine Ahnung hatten, was uns bei den Wechselzonen so erwarten würde, wollten wir das Ganze einmal testen.

Und wir haben alle Anfängerfehler gemacht, die man machen kann. Für alle Rookies unter euch, die auch gerne mal einen Triathlon versuchen wollen, könnte der Artikel aufschlussreich sein. Für alle, die das hier nur zum Spaß lesen oder sogar Profis sind, werden recht herzlich lachen. Aber lest es bitte mit einem Augenzwinkern 🙂 Ihr habt ja auch mal angefangen…

ANFÄNGER DURCH UND DURCH

Mut bedeutet, selbst bei der kurzen Distanz nur unter Profis zu sein und den Schein zu wahren.

Und wir waren so gut vorbereitet. Einen Tag davor haben wir noch während unserer eigenen Pasta-Party den Ablauf besprochen, sind früh schlafen gegangen und haben mit einem leicht verdaulichen kohlenhydratreichem Frühstück in den Tag gestartet (Toast mit Marmelade und Honig – das soll wohl ganz gut sein).

Aber dann nahm das Schicksal seinen Lauf…

Begonnen hat es mit der vergessenen Sonnencreme (das Wetter war herrlich, 25 Grad, Sonne, keine Wolke am Himmel), die besonders bei Dominik verheerende Auswirkungen hatte. Also liebe Kinder: hört auf die Mamas und Papas, es hat schon seinen Grund.

Saras
Triathlon Tagebuch Teil 3
Triathlon Tagebuch Teil 3

Grundsätzlich waren wir sehr früh vor Ort, haben uns noch umgeschaut und unser Starterpaket an der Registrierung abgeholt. Und ich kann euch sagen, beim ersten Triathlon ist es mega spannend, was da so alles drin ist. Bei der Hälfte der Sachen wussten wir noch nicht mal, wohin damit. Zum Beispiel die Aufkleber mit der Startnummer. Kommen die an die Schwimmhaube, an den Helm oder irgendwo an das Trikot? Jetzt mussten wir uns erstmal umschauen, wie der Rest das so macht…

Ah ja, Aufkleber kommen ans Fahrrad und den Helm. Ja macht Sinn 🙂 Damit die Zuordnung später nach dem Wettkampf auch jeder nur das Rad mit nach Hause nimmt, das er auch mitgebracht hat. Aber was passiert mit diesem Chip, der die Zeit misst? Wo kommt der hin? Achso, wir brauchen ein Band, das am Fußgelenk festgemacht wird und der Chip wird daran befestigt. Gut, dass es dort auch Messestände gab, die Equipment verkaufen (wobei ich glaube, dass das Geschäftsmodell nur bei Anfängern wie uns aufgeht, die alles noch in letzter Minute kaufen müssen). Irgendwie ist die Zeit nur so an uns vorbeigerannt… und wenn wir weiter getrödelt hätten, die anderen Triathleten vermutlich auch.

Triathlon Tagebuch Teil 3

Wir mussten ja noch die Fahrräder aus dem Kofferraum holen, Vorderräder dran bauen (Bremse schleift, also nochmal runter und wieder drauf – keine Sorge, Dachträger fürs Auto ist bereits bestellt!!!), umziehen, Aufkleber mit Startnummer ans Fahrrad und den Helm kleben, Sachen für die Wechselzone zusammenpacken und noch ne Kleinigkeit essen. Irgendwie hab ich zu dem Zeitpunkt nichts mehr von dem Frühstücks-Toast gemerkt. Und an diese Gels hab ich mich noch nicht gewöhnen können. Aber für die „kurze“ Distanz sollte eine Banane schon reichen… hoffte ich.

Mit Sack und Pack sind wir dann zum Check-In gelaufen. Eine mega lange Schlange hat sich bereits gebildet und all die Profis waren natürlich vor uns dran. Hier wird erstmal die Übersetzung des Rades gecheckt, ob man überhaupt mitfahren darf und die Ritzel den Vorgaben entsprechen. Puh, wir durften rein 🙂 und wir durften unsere Sachen in die Wechselzonen bringen.

Auch das Finden unserer Nummer stellte uns vor eine Herausforderung. Irgendwie stimmten unsere Nummern nicht mit denen in der Wechselzone überein. Aber wir haben das Prinzip dann auch irgendwann verstanden (eigene Startnummer minus 500). Ah ja…

Nun hat der Wettkampf-Moderator schon zur Wettkampf-Besprechung gerufen… und wir hatten noch nicht mal unsere Neoprenanzüge an… Als Anfänger geht das Reinschlupfen in die zweite Haut auch noch nicht so easy von der Hand. Und dann kam der Satz, der über das Schicksal unseres Startes entschieden hat: „es gibt zwei Wechselzonen: eine landseitige und eine seeseitig!“ Wie bitte? Wem das jetzt gar nichts sagt: genau, uns ging es auch so. Erst durch hektisches Nachfragen bei unserem Nachbarn haben wir erfahren, dass der Wechsel von Schwimmen zu Rad an einer anderen Stelle stattfindet, als der Wechsel von Rad zu Laufen. Bedeutet, dass wir in einer noch hektischeren Reaktion schnell zur Wechselzone gelaufen sind und den Teil, den wir fürs Laufen brauchen, woanders hingetragen haben. In der Zwischenzeit waren alle anderen Mitstreiter bereits im Wasser und haben auf den Startschuss gewartet.

400 METER SCHWIMMEN

Mut bedeutet, den Start so richtig zu versauen.

Während der Wettkampf-Moderator die Zeit runtergezählt hat (10…9…), alle außer uns beiden schon bereit waren (8…7…), wir erstmal von der zweiten Wechselzone zurück zum Wasser hetzten (6…5…), unsere Neos noch nicht mal vollständig angezogen hatten (4…3…), meine Pulsuhr noch nicht dran war (2… GO!), der Startschuss fiel und ich meine Flip Flops noch an hatte, war es schon viel zu spät überhaupt zu realsieren, was da gerade passiert. Unfassbar, wie konnte es soweit kommen? Hektisch zogen wir gegenseitig an der Schnur am Rücken, um die Neos hochzuziehen, setzten unsere Schwimmhauben und die Schwimmbrille auf (hab ich einen Abschieds-viel Glück-Kuss bekommen? Ich weiß es nicht mehr) und hechteten beide völlig verstört ins Wasser, von dem wir nicht mal wussten, wie tief es war und ob mit einem Sprung überhaupt alles gut geht – eine gefühlte Ewigkeit nach dem offiziellen Startschuss.

Triathlon Tagebuch Teil 3

Ab hier trennten sich unsere Wege… meine Schwimmbrille war nicht dicht und den ersten Fuß hatte ich auch schon im Gesicht. Aber ich habe mich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Ganz konstant hab ich mich durch die Massen gewühlt und war sogar ein bisschen stolz, als ich ein paar der Teilnehmer überholen konnte. Und ganz ehrlich, meine größte Angst galt dem Schwimmen (und nicht dem Startschuss 🙂 ). Irgendwie waren die 400 Meter recht schnell vorbei und ich habe sogar etwas Zeit reingeholt.

Schnell zum Fahrrad, raus aus dem Neo, Fahrradhelm auf, rein in die Socken und Fahrradschuhe an. Auch das ging recht zügig. Aber wo war Dominik? Wieder etwas hektisch habe ich nach ihm gesucht und gehofft, dass ich ihn noch sehe, bevor ich aufs Rad steige. Dominik ist jetzt nicht die geborene Wasserratte, vielleicht kann man es sogar „Angst vorm Wasser“ nennen, und er ist vor diesem Triathlon noch nicht mehr als 200 Meter am Stück geschwommen. Also hab ich mir doch ein bisschen Sorgen gemacht… Aber da war er dann schon… etwas abgeschlagen, aber froh, dass es vorbei war und er endlich aufs Rad darf… Seine Lieblingsdisziplin.

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20 KILOMETER FAHRRADFAHREN

Mut bedeutet, die Challenge anzunehmen.

Ungefähr zeitgleich sind wir aus der ersten Wechselzone raus (unfassbar, dass ich fürs Umziehen sogar beim Triathlon länger brauche, als mein Mann 🙂 ) und sind auf die Radstrecke. 4 x im Kreis um die Ruderstrecke in Oberschleißheim. Die ersten 2 Kilometer hab ich zwar gebraucht, um meinen Puls einigermaßen nach dem Schwimmen in den Griff zu bekommen, aber dann lief´s gut.

Bis ca. Kilometer 5. Mist, Seitenstechen, auf dem Rad, gleich am Anfang  🙂 na, das kann was werden. Aber ich hab mich durchgekämpft. Ich wurde zwar ständig von den Profis mit ihren Zeitfahrrädern überrundet, aber jedes Mal wenn ein Mädel ungefähr in meinem Alter vorbei kam, hat mich der Ehrgeiz gepackt und ich hab mich hinten dran gehängt. Ein bisschen Challenge durfte es dann doch sein. 20 km gehen schnell rum. Also ging es nach Runde 4 in die zweite Wechselzone.

Ihr erinnert Euch, wir mussten ja unsere Laufschuhe an eine andere Stelle bringen. Daher hatte ich keinen Schimmer, wohin ich mit dem Rad fahren soll. Ich hatte mir das in der Anfangs-Hektik natürlich nicht gemerkt, wo meine Schuhe liegen. Na das kann ja was werden… Aber Gott sei Dank gibt es Nummern, denen man folgen kann. Die sind nur winzig… aber meine ausgelatschten Laufschuhe kenn ich schon ganz gut und hab sie schon von weitem entdecken können (und ehrlich gesagt, waren auch  nicht mehr soooo viele Laufschuhe hier 🙂 ).

5 KILOMETER LAUFEN

Mut bedeutet auch mal froh zu sein, wenn´s dann auch vorbei ist.

So, jetzt die letzte Disziplin, die Laufstrecke. Das Seitenstechen hat natürlich nicht aufgehört. Und ich hab auch viel zu schnell gestartet. Bereits nach den ersten 200 Metern hab ich gemerkt, dass ich echt langsamer machen muss. Sonst wird des nix mit den 5 Kilometern und einem Lächeln im Gesicht, wenn ich durchs Ziel laufe. Aber ich hab´s durchgezogen (gut, 2 x musste ich kurz gehen, um runter zu kommen). Aber ich hab auch mal jemanden überrundet. Das war Balsam für die Seele.

Triathlon Tagebuch Teil 3
Triathlon Tagebuch Teil 3

PAIN IS TEMPORARY, PRIDE IS FOREVER

Mut bedeutet, ganz öffentlich über die Zeiten zu sprechen.

Und ich finde, wir waren gar nicht so schlecht. Wenn man noch abzieht, dass wir am Anfang später ins Wasser sind als der Rest und unsere Wechselzone beim zweiten Wechsel nicht auf Anhieb gefunden haben… so jetzt Schluss mit den Ausreden 🙂 Ich habe 1:22 gebraucht und Dominik kam mit einem Ergebnis von 1:10 ins Ziel.

Puh, jetzt ist es erstmal rum und abends gab es ausgiebig Pasta, Couch und nen Cocktail. Großartig.

Gedanken um den großen Triathlon im Juli hab ich mir an dem Abend erstmal nicht mehr gemacht. Wir waren einfach nur stolz.

Weitere Berichte aus meinem Tagebuch folgen bald und auch neue Geschichten von dem Rest der Gang. Aber am 15. Juni könnt Ihr erstmal mit einem tollen Interview mit Uli Syring rechnen, die etwas professioneller Einblicke in den Triathlon Alltag geben kann 🙂 

Schaut auch unter #Mutcamp rein. All die #Mutcamp Teilnehmer kämpfen für ihre Ziele und haben auch mal schlechte Tage 🙂 Sie lassen sich aber nicht unter kriegen. Denn auch hier gilt: PAIN IS TEMPORARY, PRIDE IS FOREVER.

Trotz Saras Marketing Bürojobs gehört sporteln einfach dazu – oder gerade deshalb. Besonders Kurse wie freestyle, deepWORK® oder bodyART® haben es ihr angetan. Außer am Wochenende: Dann findet man das Münchner Kindl meistens in den Bergen beim Mountainbiken oder Bergsteigen. Und ab und zu erscheint hier eine weitere kleine Leidenschaft – das Schreiben über das, was Spaß macht.

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