Gastbeitrag

Julia, Social Media

Alte Gemüsesorten

Vergessene Schätze wiederentdeckt

Alte Gemüsesorten

Hast du schon einmal etwas von der Mairübe gehört oder eine gelbe Bete probiert? Vermutlich nicht, denn leider sind viele dieser alten Gemüsesorten in Vergessenheit geraten. Doch Tradition stirbt nicht aus und wie bei einem alten Schatz freut man sich umso mehr, wenn dieser wiederentdeckt wird! Was die alten Gefährten so alles erlebt haben und was sie so besonders macht, erfahrt ihr hier.

Wohin sind sie nur verschwunden?

Im normalen Supermarkt sieht man alte Gemüsesorten eher selten. Wie kommt das? Durch den industriellen Obst- und Gemüseanbau sind viele alte Sorten zurückgedrängt worden. Es wird nur noch gezüchtet, was möglichst viel Ertrag bringt! Dadurch hat sich das Angebot an Gemüsesorten im Handel sehr verkleinert. Einige Bauern behalten ihre alten Traditionen bei und tauschen ihr Saatgut untereinander, um die Vielfalt zu erhalten. Auch einige Organisationen haben sich zur Saatgutrettung verschrieben wie beispielsweise die Vereine Arche Noah und VERN, die umfangeiche Saatgut- bzw. Sortenarchive für alte und seltene Sorten pflegen.

Ein paar der Sorten möchten wir euch hier vorstellen und euch zeigen wofür man sie verwenden kann. Klickt euch durch und taucht ein in die Welt des bunten und außergewöhnlichen Gemüses.

Pastinaken

Pastinaken

Beschreibung: In früheren Zeiten galt die Pastinake als wichtiges Grundnahrungsmittel und wurde später von der Kartoffel abgelöst. Das Wurzelgemüse enthält relativ viele Kohlenhydrate und macht lange satt. Die Ähnlichkeit zur Petersilienwurzel ist übrigens nicht zufällig: Bei Botanikern gilt die Pastinake als Kreuzung aus Karotte und Petersilie, ist aber milder als ihr Verwandter.

Zubereitung: Pastinaken lassen sich sehr vielseitig zubereiten. Man kann sie roh in Salate raspeln, als Suppe servieren oder frittieren. Sehr gut kombinieren lässt sie sich zudem mit Kartoffeln und Möhren.

Geschmack:  leicht süßlich, würzig und angenehm nussig

Saison: Oktober bis Mitte März

Schwarzwurzel

SchwarzwurzelBeschreibung: Die Schwarzwurzel mag zwar nicht sonderlich attraktiv erscheinen, punktet aber mit ihren inneren Werten! Schält man sie, ähneln sie sehr dem Spargel, daher auch ihr Zweitname „Winterspargel“. Leicht verdaulich und sehr eiweißreich, ist die Schwarzwurzel ideal für Sportler.

Zubereitung: Ebenso wie der Spargel kann die Schwarzwurzel mit einer leichten Hollandaise oder als Suppe serviert werden. Aber Vorsicht: Der beim Schneiden austretende Milchsaft ist zwar ein gutes Zeichen für optimale Frische, verfärbt aber auch die Hände.

Geschmack: intensiv, ziemlich würzig und leicht nussartig, die Konsistenz ähnelt am ehesten der von Möhren oder Pastinaken

Saison: Oktober bis April

Mairübe

MairübeBeschreibung: Mairüben sind reich an Vitaminen der B-Gruppe, Folsäure, Zink und Eisen. Sie besitzt eine weiß bis weiß-lila Färbung und ist eine Unterart der Speiserübe.

Zubereitung: Die Rüben können vom Blatt bis hin zur Wurzel verzehrt werden. Das Grün eignet sich wunderbar für den Salat, der Rest der Rübe kann glasiert oder gedünstet werden.

Geschmack: ähnlich wie Rettich oder Radieschen, aber milder

Saison: Mai bis Juni

Portulak

Portulak

Beschreibung: In Deutschland kennen ihn die meisten höchstens als Pflanze, die verwildert in Gärten oder an sonnigen Plätzen wächst und durch hübsche gelbe bis orangefarbene kleine Blüten angenehm auffällt.
Was den Portulak so gesund macht, sind die bemerkenswerten Gehalte an Kalzium und Vitamin C. Auch Magnesium und Eisen enthält das Gemüse reichlich.

Zubereitung: Besonders lecker schmeckt Portulak roh in einem gemischten Salat, im Kräuterquark auf dem Brot oder in grünen Smoothies

Geschmack: salzig, leicht nussig, ähnlich wie Spinat

Saison: März bis Oktober

Gelbe Bete

Gelbe BeeteBeschreibung: Die gelbe Bete ist ebenso wie die rote Bete sehr kalorienarm. So haben 100 g nur ca. 40 Kalorien. Ihre schöne Färbung kommt durch den Farbstoff Betaxanthin zustande. Übrigens gibt es auch weiße und weiß-rote Bete.

Zubereitung: Die gelbe Bete lässt sich genauso zubereiten wie ihre Verwandte, die rote Bete. Herrlich als Salat mit Ziegenkäse, gebacken oder auch als Carpaccio.

Geschmack: angenehm fruchtig, milder als die rote Bete

Saison: September bis April

Warum sind alte Gemüsesorten so beliebt?

  • Geschmackliche Vielfalt: Alte Gemüsesorten begeistern mit vielschichtigen Aromen und inspirieren zu neuen Rezepten.
  • Gesundheit: Die meisten Gemüsesorten enthalten viele Vitamine und Mineralstoffe.
  • Abwechslung: Wer alte Gemüsesorten kauft, sorgt für Abwechslung auf dem Speiseplan abseits der konventionellen Sorten.
  • Lange Haltbarkeit: Pastinaken und andere Knollen- und Wurzelgemüse halten sich an kühlen und trockenen Ort mehrere Monate lang.

Wo kann ich alte Gemüsesorten finden/kaufen?

Möchte man alte Gemüsesorten kaufen, sollte man in gut sortierten Gemüsegeschäfte oder Supermärkte Ausschau halten. Aber auch manche Discounter bieten mittlerweile vereinzelt die Köstlichkeiten an. Alternativ kann man, wenn man die Möglichkeit dazu hat, aber auch selbst alte Gemüsesorten im Garten anbauen und damit zum Erhalt beitragen. Samenfestes Bio-Saatgut für viele alte und seltene Gemüsesorten bekommt man zum Beispiel bei der Bingenheimer Saatgut AG und bei Dreschflegel Saatgut. Und schmeckt es nicht auch noch besser, wenn man sein Essen selbst geerntet hat? 🙂

Rezepttipp: Fleischpflanzerl mit Pastinaken-Salat

Zutaten:

  • 1 kg Pastinaken
  • 2 Birnen
  • 1 Bund Rucola
  • 500 g Rinderhack
  • 2-3 Scheiben Dinkeltoast
  • 1 Ei
  • 2 Zwiebeln
  • 2-4 Zehen frischer oder getrockneter Knoblauch
  • ¼ Bund glatte Petersilie
  • 2 Zweige Rosmarin
  • 1½ EL Dijon-Senf
  • Salz
  • frischer Pfeffer
  • Olivenöl
  • 2 TL Honig
  • 2 EL Apfelessig
  • 5-6 EL Gemüsebrühe
Fleischpflanzerl mit Pastinaken-Salat

Für den Pastinaken-Salat:
Die Pastinaken schälen, der Länge nach halbieren und auf ein Backblech mit Backpapier legen. Vom frischen Knoblauch die äußere Haut abschälen und in Stücke schneiden. Knoblauch, eine gute Prise Salz und Rosmarinzweige über die Pastinaken geben und alles gut mit den Händen vermischen. Für circa 15-20 Minuten bei 160 Grad (Unter-/Oberhitze) im Ofen backen.

Für das Dressing die dünnen Enden der fertig gebackenen Pastinake abschneiden und in ein hohes Gefäß geben. Mit ½ Esslöffel Senf, Honig, Apfelessig, etwas Gemüsebrühe, 1 Prise Salz und etwas frischem Pfeffer würzen. Olivenöl dazugeben und mit einem Pürierstab zu einem sämigen Dressing mixen.

Die restlichen Pastinaken in grobe Stücke schneiden und mit dem angerührten Dressing vermischen.

Für die Fleischpflanzerl:
Das Hackfleisch in eine Schale geben. Petersilie klein schneiden. Zwei Knoblauchzehen und die Zwiebeln schälen und in kleine Würfel schneiden. Dinkeltoast in einen tiefen Teller legen, mit wenig Wasser aufweichen, ausquetschen und zerbröseln. Das Hackfleisch zusammen mit einer guten Prise Salz, etwas frischem Pfeffer aus der Mühle, dem kleingeschnittenen Knoblauch, 1 EL Senf, dem aufgeweichten Brot, dem Ei, der Petersilie und die Zwiebeln ordentlich verkneten.

Aus der Hackfleischmasse kleine Fleischpflanzerl formen. Eine Pfanne aufheizen und die Fleischpflanzerl in einem Schuss Sonnenblumenöl von beiden Seiten durchbraten.

Den Pastinaken-Salat mit ein wenig Rucola und ein paar Birnenstücken garnieren. Dazu die Fleischpflanzerl servieren. Fertig!

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Ich arbeite neben meinem BWL Studium bei Fitness First als Werkstudentin und bin für die Social Media Kommunikation der Region Süd/Ost zuständig. Meine große Leidenschaft ist das Tanzen! Neben dem Tanzstudio findet man mich aber auch oft und gerne im Fitness Studio auf der freestyle Fläche oder bei den Kursen. 🙂

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