Gastbeitrag

Anne Steinbach

Faszientraining im Yoga 

Mit Ruhe zum Erfolg

Faszientraining im Yoga

Der Rücken spannt. Die Beine fühlen sich verhärtet an. Und auch so generell schmerzt es an einigen Stellen am Körper. Verspannungen vom Schreibtisch? Falsch im Bett gelegen? Die Ursachen solcher Schmerzen sind zahlreich, die Quelle allerdings ist häufig die gleiche: Faszien. Faszienyoga treibt zwar nicht zwingend Schweißperlen auf die Nase, geht aber bis in die tiefsten Fasern des Körpers. Gerade für Verspannungen und fiesen Muskelkater eine wahre Wohltat. Wieso? Das erkläre ich dir in diesem Blogpost.

Faszien sind unser faseriges Bindegewebe. Dazu gehört das gesamte weiße Bindegewebe, welches unsere Muskeln wie eine Hülle umgibt. Auch die kleinsten Fasern unserer Muskeln selbst sind wiederum von Faszien umhüllt. Nebenbei gehören auch Sehnen, Bänder, und Gelenkkapseln zum faszialen Gewebe. Grob gesprochen sind Faszien eine Art Spiderman-Kostüm, das unseren gesamten Körper umspannt und durchzieht. Wenn dieses nun nicht bewegt wird,  können Bewegungseinschränkungen und Beschwerden entstehen, welche wir zum Beispiel mit Faszien-Yoga bekämpfen können.

Faszien und Yoga – Wie passt das zusammen?

Yoga hat schon lange nichts mehr mit spirituellem Singsang zu tun. Yoga ist cool geworden, hip und trendy. Mittlerweile gibt es die abgefahrensten Yogatrends – von Bier-Yoga über Club-Yoga bis hin zu Doga, bei dem der Hund im Mittelpunkt der Asana steht. Aber auch der Gesundheitsaspekt hat sich weiter in die Yogapraxis gemogelt. So bieten zahlreiche Yogastudios mittlerweile Kurse an, die sich speziell an gewisse Partien des Körpers richten, wie zum Beispiel Rücken-Yoga oder eben Faszien-Yoga. Doch wie passt das zusammen?

Im Yoga geht es darum, sich wieder auf den Körper zu besinnen. Eigentlich kommt Yoga aus Indien, wo es schon lange als geistige und physische Sportart gilt. Grundsätzlich möchte Yoga versuchen, die Entspannung zu fördern, den Körper zu stärken und ihm mehr Energie zu geben. Schon lange wissen Wissenschaftler, dass gerade der schmerzlindernde Aspekt von Yoga daher kommt, dass die Faszien bearbeitet werden. Allerdings gibt es hier einen Unterschied zwischen „normalem“ Yoga und speziellem Faszien-Yoga: Während bei den gängigen Stilen, wie Hatha-Yoga oder Vinyasa-Yoga, die Positionsabfolge oder aber das lange Stehen in einer gewissen Position im Mittelpunkt steht, ist es beim Faszien-Yoga der Körper. Mit fließenden Bewegungen wird hier genau das getan, was dem Körper gut tut. Es kann also auch stark vom normalen Yoga abweichen und zu ganz anderen Asanas führen. Im Faszien-Yoga wirst du dein Gewebe in fließenden Bewegungen sanft dehnen und so Beschwerden lindern.

Faszientraining im Yoga

Faszien-Yoga: Passiv zum aktiven Erfolg

Faszien-Yoga mag von Außen eher ruhig und passiv wirken Es ähnelt dem Yin-Yoga, einem Yogastil, der hauptsächlich im Sitzen oder im Stehen ausgeübt wird.

Faszientraining im Yoga

Auch ist es beim Faszien-Yoga häufig so, dass die Übungen individuell von jedem einzelnen Teilnehmer ausgeführt werden. Es gibt hier keine Lösung für jeden Körper. Viel mehr wird der Teilnehmer merken, welche Übung für welche verspannte Partie des Körpers gut ist. Kein Wunder also, dass dank Faszien-Yoga erst gar keine Verklebungen der Faszien entstehen können.

Wichtig ist jedoch, dass es einen klaren Unterschied zwischen der Faszientherapie und dem Faszien-Yoga gibt: Denn während die Therapie wirklich passiv erfolgt, steht der körperlichen Bewegung beim Faszien-Yoga absolut nichts im Weg. Allerdings lässt sich beides auch wunderbar verbinden.

Das war’s mit dem Stress

Dass Yoga gut gegen Stress ist, ist sicher keine Neuigkeit. Faszien-Yoga setzt aber noch einen drauf: Es schafft enormen Abstand zum Alltag, da es jedes einzelne An- und Verspannungszentrum des Körpers anpackt und bearbeitet. So wird automatisch die Durchblutung des Körpers gefördert, die als Folge zahlreiche Nährstoffe ausschüttet. Eine echte Wohltat für den Körper!

Faszientraining im Yoga

Fit und gesund in der kühlen Jahreszeit

Neben dem Lösen von verklebtem Bindegewebe, hat Faszientraining im Yoga auch noch einen anderen tollen Effekt auf uns und unseren Körper. Gerade in den kühlen Herbst- und Wintermonaten neigen wir dazu, unseren Körper noch mehr zu verspannen. Draußen ist es ungemütlich, ein leichtes Bibbern macht sich breit und wenn wir zu Hause sind drehen wir die Heizung auf und lassen es uns auf der Couch gut gehen. Kein Wunder also, dass wir gerade jetzt anfällig für Erkältungen und fiese Verspannungen sind. Was da hilft? Ein sanftes Training, das sich um uns, unseren Körper und unser Immunsystem kümmert.

Die Lösung: Faszientraining und Yoga. Faszientraining stärkt auch das Immunsystem und erst kürzlich hat eine Studie aus Norwegen herausgefunden, dass auch Faszien-Yoga, als eine Möglichkeit des Faszientrainings, unser Immunsystem so richtig in Schwung bringt. Denn hier kümmert ihr euch intensiv um die Tiefenmuskulatur und um das, was sie umgibt und stärkt somit euren Körper aus der tiefsten Mitte heraus.

Faszientraining im Yoga

Faszientraining im Yoga

Yoga-Übungen für das Faszientraining

Unsere Faszien lieben jegliche Art der Bewegung, ob Wippen, Dehnen oder Strecken. Davon passiert eine Menge in verschiedenen Yoga-Übungen. Dennoch kann man die Asanas, als die Yoga-Positionen, genau so abändern, das sie auf bestimmte Faszien passen. Häufig wird beim Faszientraining eine Faszienrolle verwendet. Dabei handelt es sich um eine Styropor-Rolle, die ab und zu so eingesetzt wird, dass gewisse Faszien gezielt bearbeitet werden können. Für Faszien-Yoga ist diese aber nicht wirklich notwendig, kann aber natürlich hier und da eingesetzt werden, wenn Bedarf besteht.

Eine klassische Übung, die aus dem Faszien-Yoga fast nicht wegzudenken ist, ist der Baum. Dabei stehen Faszien-Yogis auf einem Bein, während der Fuß des anderen Beins angewinkelt an der Innenseite des Oberschenkels hängt. Wer wirklich sicher steht, kann die Arme anheben, die Handflächen zusammenführen und sie vor das Herz bringen. Na, wo zieht es jetzt am meisten?

Faszientraining im Yoga: Jetzt ausprobieren

Natürlich könnt ihr eure Faszien zu Hause trainieren, euch durch Videos klicken und Bücher lesen. Doch gerade für den Anfang ist ein Kurs mit ausgebildetem Lehrer sicher ratsam. In eurem Fitness First Studio gibt’s das bereits. Schaut doch mal rein!

anne-steinbach

Ich bin freie Journalistin und Online Redakteurin und schreibe, neben Yoga- und Fitnessthemen, auch auf meinem eigenen Reisemagazin Travellers Archive über meine Reisen in die etwas anderen Destinationen. Falls ich zwischendurch zum Sport machen komme, laufe oder surfe ich am liebsten – alternativ gehen aber auch gemütliche Yogastunden in Ordnung.

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