Im Team zu sportlichen Erfolgen

Ein Interview mit dem ehemaligen Profisprinter Till Helmke

Foto: Benjamin Heller

Wenn am Wochenende in Rio die 100m Sprints stattfinden, wird er sich gerne erinnern, denn die Laufbahn im Stadion war sein Zuhause. Mittlerweile hat er sie gegen das Volleyballfeld getauscht: Till Helmke ist ehemaliger Profisprinter und auch nach seiner aktiven Zeit sportlich aktiv. Mit mir hat er über die Vorteile der Deutschen bei Staffelläufen, der Doppelbelastung von Studium und Beruf und über Teamgeist gesprochen.

Foto: Till Helmke

Die Olympischen Sommerspiele in Rio sind in vollem Gange. Vermutlich drückst du als ehemaliger Sprinter hauptsächlich den deutschen Leichtathleten die Daumen?

Insgesamt drücke ich natürlich allen deutschen Olympiateilnehmern die Daumen. Die Wettkämpfe in der Leichtathletik schaue ich mir aber natürlich besonders gerne an, zumal ich ja auch noch einige Leichtathleten aus meiner aktiven Zeit kenne. Da ist das Zuschauen natürlich noch ein bisschen persönlicher und wenn die 4 x 100m Staffel an den Start geht, fiebere ich natürlich besonders mit.

Bei den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking hast du mit der deutschen Staffel den vierten Platz belegt. Hand aufs Herz: War die Freude groß oder habt ihr euch auch ein bisschen geärgert, dass es keine Medaille geworden ist?

Nein, überhaupt nicht. Wir hatten damals in Peking eine für uns sehr gute Leistung im olympischen Finale abgeliefert und dafür auch eine ordentliche Platzierung erreicht. Wir hätten auch mit ein bisschen Pech schon im Vorlauf ausscheiden können. Gerade bei Staffelläufen kann der Staffelstab ganz schnell auf den Boden fallen und dann fährt man ohne Ergebnis frustriert nach Hause. Auch die Qualifikation für die Olympischen Spiele war keine Selbstverständlichkeit. Es können nur 16 Staffeln bei Olympischen Spielen teilnehmen und die internationale Konkurrenz rückt immer näher zusammen.

Auch du kannst dir einen Platz ganz oben auf dem Podest sichern: Ab dem 1.8. belohnen wir dein Training im Club mit Medaillen, mit denen du dir satte Rabatte auf unsere Food & Beverage Produkte sicherst.

Viele deiner Siege hast du in Staffelläufen im Team erreicht. Wie unterscheiden sich diese Läufe von Einzelsprints?

Mit der deutschen 4 x 100m Staffel hast du eine Chance auch international erfolgreich zu sein. In dieser Disziplin ist Deutschland gar nicht so schlecht und die Staffel war in den vergangenen Jahren fast immer im Finale bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen dabei. In den Sprinteinzeldisziplinen ist es für einen deutschen Sprinter kaum zu schaffen, zu den besten acht Sprintern der Welt zu gehören. Wahrscheinlich können wir in der 4 x 100m Staffel unsere Defizite im Sprint durch bessere Staffelwechsel gegenüber anderen Nationen ausgleichen. Da die Chancen immer gut standen mit der 4 x 100m Staffel vorne dabei zu sein, hatten die Staffelläufe für mich einen sehr hohen Stellenwert.

Foto: Till Helmke

Apropos Team: Wie wichtig ist für dich Teamgeist im Sport aber auch privat?

Ohne ein Team drum herum klappt nie etwas. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich direkt nach meiner Nominierung für die Olympischen Spiele eine E-Mail mit einem großen Dankeschön an alle Personen versendet hatte, die mich in irgendeiner Form in den vergangenen Monaten unterstützt hatten. Der Verteiler war unheimlich groß: Die Familie, meine Trainerin, die Physiotherapeuten, meine Sponsoren und die Trainingswissenschaftler sind nur ein paar Personen bei denen ich mich für die Unterstützung bedankt hatte.

Selbst in einer Einzelsportart, wie in der Leichtathletik gibt es keinen Erfolg ohne ein funktionierendes Team im Hintergrund. Privat ist das natürlich genauso. Meine kleine Tochter, der Beruf und mein Ehrenamt beim Hessischen Leichtathletik-Verband halten mich sehr auf Trab. Da ist es  schon sehr gut, wenn die Familie und Freunde helfen und man im Gegenzug auch häufig unterstützt.

Gewinner wie Till Helmke trainieren im Team. Bring auch du deinen Freund mit zu Workout und Co. und sichert euch jeweils 3 Monate kostenloses Training.

Jetzt gleich anmelden!

Was war der Grund, dass du deine sportliche Karriere an den Nagel gehängt und stattdessen deinen Berufseinstieg vorbereitet hast?

Ich wollte mich 2012 nochmals für die Olympischen Spiele qualifizieren. Das hatte damals nicht geklappt. Vor allem hatten mich hartnäckige Achillessehnenprobleme damals beeinträchtigt. Nach der Sommersaison sah ich dann keine Perspektive mehr im Leistungssport. Ich beschloss, mein Studium zügig zu beenden und nach einem Praktikum im Hessischen Innenministerium habe ich dann im Januar 2013 bei der Stiftung Sporthilfe Hessen angefangen zu arbeiten und der Wechsel in das „bürgerliche Leben“ war mir gelungen. Bereut habe ich diese Entscheidung fast nie.

Foto: Benjamin Heller

Deine Wettkampfdisziplinen 100m und 200m Sprint erfordern weniger Ausdauer, sondern bestehen aus kurzen, intensiven Belastungsphasen. Solche intensiven Trainingseinheiten gibt es bei vielen unserer Kurse, wie z.B. bei freestyle H.I.I.T. (High Intensity Intervall Training).

Wie sah dein Training damals aus und wie trainierst du heute?

Mein Training bestand damals aus Tempolaufeinheiten sowie aus Kraft- und Sprungtraining. Mit diesen drei Elementen habe ich meine Schnellkräftigkeit am besten trainieren können. Je näher die Wettkämpfe heranrückten, desto weniger habe ich quantitativ trainiert, aber dafür umso intensiver.

Heute habe ich meine sportliche Heimat im Volleyball gefunden. Das ist für mich ein idealer Sport, da dort auch sehr viel Schnelligkeit und Sprungkraft gefordert ist.

Einen Tipp gebe ich euren Lesern gerne auf den Weg: Niemals die Freude am Training verlieren! Nur wer das Training wirklich gerne absolviert, wird lange am Ball bleiben und irgendwann die Früchte ernten. Genau diese Erfahrung habe ich im Leistungssport gemacht.

Foto: Till Helmke

Du bist zwar nicht mehr im Leistungssport aktiv, hast aber Sportmanagement studiert und arbeitest für die Stiftung Sporthilfe Hessen, die junge Spitzensportler fördert.

Wie hast du damals die Doppelbelastung von sportlicher Karriere und Studium gemeistert? Hat dieser Hintergrund deine jetzige Berufswahl beeinflusst?

Die Doppelbelastung war manchmal schon sehr schwierig und ließ sich für mich nur mit Hilfe einer guten Zeitplanung meistern. Ich wusste immer sehr genau, wann welche Prüfung an der Uni auf dem Plan stand und wie viel Zeit ich zum Lernen und für die Trainingseinheiten habe. So hat das dann auch ganz gut geklappt.

Zu meinen jetzigen Beruf bin ich eher durch Zufall gekommen. Zwar wünschte ich mir schon während meines Studiums einen Sportbezug im Beruf, aber Leistungssport war dabei gar nicht so mein vordergründiger Wunsch.

Ich fühle mich in meinem Beruf aber sehr wohl und als ehemaliger Leistungssportler kann ich natürlich auch sehr viel Erfahrung mitbringen.

Pia

Pia

Ich bin bei Fitness First als Online Content Editor dafür zuständig, dass du stets top informiert bist. Ob es um die neuesten Trainingsmethoden, Ernährungstrends oder die heißesten News aus unserem Unternehmen geht, hier im Blog erfährst du es zuerst. Ich selbst liebe auspowernde Kurse wie BodyFit oder deepWORK™. Zusammen mit meinem Ausdauertraining an der frischen Luft, bereite ich mich so regelmäßig auf Herausforderungen wie einen Halbmarathon oder das Spartan Race vor.