Gastbeitrag

Anne Steinbach

In drei Schüsseln um die Welt

Internationale Sommersalate

Für mich gehört das Reisen und das Essen zusammen. Selten bereise ich ein Land, ohne auch nur mindestens einmal auf einem Markt, an einem kleinen Straßenstand oder irgendwo versteckt in einer Hintergasse gegessen zu haben. Ich liebe es, die Einheimischen dabei zu beobachten, wie sie vor ihren liebsten Heimatgerichten sitzen und sich über den neuesten Tratsch des Dorfs austauschen. Auch liebe ich es neue Gewürze und Geschmäcker kennenzulernen, neue Gerichte auszuprobieren und einfach mal das zu essen, was ich noch nicht kenne.

Seit längerer Zeit versuche ich in meine Reisen Kochkurse zu packen. So habe ich in Istanbul mit einer Türkin in ihrer eigenen Küche gekocht und bei süßem Rotwein ihren Geschichten über das Leben in der Türkei gelauscht. In Japan besuchte ich auf Ishigaki, eine kleine Insel, die zu Okinawa gehört, eine charmante alte Dame auf ihrer Farm und schnippelte mit ihr gemeinsam die Papaya aus dem Garten. Verständigen konnten wir uns nur mit Händen und Füßen und dem kollektiven „mhh“ beim essen. Im Libanon durfte ich in Beirut gemeinsam mit einer Libanesin, die aus einem unheimlich abgeschiedenen Dorf am Rande des Landes kommt, Petersilie für Taboulé schnippeln. All diese Erfahrungen sind in meinen Augen Gold wert, um einen tiefen Einblick in das Land zu bekommen.

Für euch bringe ich jetzt meine drei liebsten Sommersalate von meinen Reisen in eure heimischen Küchen. Viel Spaß beim Schnippeln und Probieren und vor allem dabei, euch selbst auf eine kleine Reise zu schicken – wenn auch gerade nur auf eine kulinarische.

Taboulé: Libanesischer Petersiliensalat

Der Libanon bedeutet für mich Lebensgefühl. Selten habe ich ein Land erlebt, in dem ich von so herzlichen Einheimischen in die Arme geschlossen wurde und in dem so viel Stolz auf das eigene Land herrscht. Der Libanon ist vielseitig, er ist bunt und er steckt voller Power.

Gegessen wird im Libanon immer an einem Tisch, auf dem viele kleine Leckereien in kleinen Schalen und auf Tellern serviert werden. Hier isst niemand nur von einem Teller, sondern alle gemeinsam. Es wird geteilt, gelacht und gemeinsam genossen. Einen Anfang für eure libanesische Tafel voll gut gewürzten Salaten und Gerichten macht die Basis: Taboulé.

Das Gericht stammt von der Dame, mit der ich selbst in Beirut gekocht habe. Guten Appetit!

Was ihr für zwei Portionen braucht:

  • 150 gr Bulgur
  • 4 mittelgroße Tomaten
  • 1 Gurke
  • 1 Zwiebel (nur, wenn ihr diese auch gut vertragt)
  • 1 Bund glatte Petersilie (gibt’s am besten auf dem Markt oder im türkischen Supermarkt)
  • 1 grosse Zitrone
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 Bund frische Minze
  • Salz
  • Pfeffer

Kennt ihr das, eigentlich ist Sommer, aber irgendwie gibt es dann so Tage, an denen es echt frisch ist? Um das Immunsystem weiterhin auf Hochtouren zu halten ist es wichtig, dass ihr weiterhin viele Vitamine zu euch nehmt. Eine tolle Möglichkeit dafür ist das libanesische Wundermittel Taboulé, das dank der frischen Petersilie voller Vitamin A, B, C und E steckt.

Zuerst lasst ihr den Bulgur in heißem Wasser quellen. Fügt am besten etwas Salz hinzu.

Währenddessen schnippelt ihr die Petersilie möglichst klein. Die Gurke und die Tomaten könnt ihr würfeln, während die Zwiebel und Minze gehackt werden sollten. Sobald der Bulgur fertig ist (das dauert so ca. 20 Minuten) könnt ihr ihn mit dem Gemüse und den Kräutern mischen. Das Dressing besteht hier aus Zitrone und Olivenöl. Einfach, oder?

Som Tam: Thailändischer Papaya-Salat

Thailand, das riecht nach Sommer, das klingt nach gute Laune und das schmeckt nach frischem Obst, Gemüse und Zitrone, oder? Für mich bedeutet Thailand Inselflair und Großstadtdschungel. Es bedeutet, dass man sowohl auf niedrigen Plastikstühlen am Straßenrand, als auch in hippen Cafés mit Industrieleuchten sitzen kann. Doch wenn ich mich zurückerinnere an die Zeit, in der ich mit einem alten Backpack von Insel zu Insel gehüpft bin, über holprige Straßen von Dorf zu Dorf gezogen bin und am Abend mit frischem Sonnenbrand auf der Nase was Leichtes essen wollte, dann hab ich vor allem eine Sache im Kopf: den Geschmack von thailändischem Papaya-Salat, der mir dank der Chili ab und an die Schweißperlen auf die Oberlippe getrieben hat.

Was ihr für zwei Portionen braucht:

  • 1 grüne unreife Papaya (die gibt es ganz sicher beim Asialaden eures Vertrauens)
  • 6 Schlangenbohnen
  • 1 Möhre
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 Chilischoten
  • 2 Limetten (Zitronen funktionieren auch)
  • 8 Cherrytomaten
  • 50 g Erdnüsse (ich hab einfach die gesalzenen genommen, waren super!)
  • 3 EL Fischsauce (auch die gibt’s im Asialaden sehr günstig)
  • 1 EL Zucker (wahlweise Palmzucker oder braunen Zucker, normaler tut es aber auch)

Dieser leckere frische Salat ist ein Rohkostsalat. Hier wird nichts gekocht. Ihr fangt an, indem ihr die Papaya und die Möhre in schmale Streifen schneidet. Am besten funktioniert das mit einem Julienne Schneider. Allerdings klappt es auch mit der breiten Seite der Parmesanreibe ganz gut.

In der thailändischen Küche geht eigentlich nichts ohne Chili und Knoblauch. Beides schneidet ihr möglichst klein. Die Tomaten werden halbiert, während ihr die Schlangenbohnen einfach in 3 cm lange Stücke schneidet.

Für das Dressing viertelt ihr die Limette, presst sie in einem Mörser aus und mischt die Fischsauce und den Zucker dazu Nun könnt ihr alles zusammen in einer Schüssel vermengen. Besonders lecker ist der Salat, wenn ihr ihn 30 Minuten ziehen lasst. Wer es aber nicht erwarten kann, der kann auch direkt zuschlagen.

Kisir: Türkischer Bulgursalat

Es gibt Augenblicke auf Reisen, die mir immer wieder die Gänsehaut auf die Arme treiben. Einer davon ist der Moment, in dem ich auf der Galata-Brücke stehe, den Fischern beim Angeln zusehe, der Muezzin ruft und die alten Fähren dicken Rauch in die Luft pusten und dabei trompeten, als würden sie mich freundlich grüßen. Hach, Istanbul. Doch es ist nicht nur die türkische Hauptstadt Istanbul, sondern vielmehr die gesamte Türkei, die mir ein so heimeliges Gefühl vermittelt, das ich bei jeder Abreise wieder neu Tränen in den Augen habe.

Ein Glück kann ich mittlerweile, dank meiner türkischen Freundin Selin, bei der ich in Istanbul einen Kochkurs absolviert habe, mein kleines Stück Türkei auch zu hause schaffen. Kisir, den türkischen Bulgursalat, mach ich mir immer dann, wenn ich mal wieder Lust auf die Türkei habe. Dann läuft türkische Musik, die Balkontür ist weit geöffnet und bei einem Glas kalten Weißwein denke ich zurück an jene laue Sommernächte am Bosporus.

Was ihr für zwei Portionen braucht:

  • 500 ml Wasser
  • 1 TL Kreuzkümmel
  • 1 TL Currypulver
  • 0,5 TL Kurkuma
  • 1 EL Salz
  • 0,25 TL Pfeffer
  • 200g Bulgur
  • 0,5 Zwiebel
  • 1 Paprika (schnappt euch die Farbe, die ihr selbst am leckersten findet)
  • 0,5 Gurke
  • 10 g Petersilie
  • 10 g Minze
  • 10 g Dill
  • 2 Stangen Frühlingszwiebeln
  • 100 g Cherrytomaten
  • 0,5 TL Chili (Flocken machen sich hier am besten)
  • 60 ml Olivenöl
  • 3 EL Tomatenmark
  • 0,5 Zitrone

Der Bulgursalat ist super schnell gemacht und funktionert übrigens auch sehr gut, als Salat für’s Büro. Wenn ihr einfach die Zutaten verdoppelt, dann habt ihr direkt ein leckeres Mittagessen für die nächsten Tage.

Schnappt euch einen Topf, füllt ihn mit dem Wasser und fügt Kreuzkümmel, Kurkuma, Salz und Pfeffer zu. Lasst alles aufkochen und fügt dann den Bulgur dazu. Bulgur muss nicht gekocht werden. Es reicht, wenn ihr ihn in heißem bzw. warmem Wasser vor sich hin quellen lasst. Gebt ihm 20 Minuten zum Quellen.

Während der Bulgur quellt, könnt ihr mit dem Schnippeln anfangen: Würfelt bzw. hackt die Zwiebel sowie Paprika, Gurke, Petersilie, Minze und Dill. Die Frühlingszwiebel schneidet ihr in Ringe und die Tomaten in mundgerechte Stücke.

Nun vermischt ihr das geschnippelte Gemüze und die Kräuter mit eurem aufgequollenen Bulgur. Mischt dazu das Dressing aus Chili, Zitrone, Olivenöl und Tomatenmark und schmeckt mit Salz und Pfeffer ab. Fertig!

Viel Spaß beim Nachkochen!

Ich bin freie Journalistin und Online Redakteurin und schreibe, neben Yoga- und Fitnessthemen, auch auf meinem eigenen Reisemagazin Travellers Archive über meine Reisen in die etwas anderen Destinationen. Falls ich zwischendurch zum Sport machen komme, laufe oder surfe ich am liebsten – alternativ gehen aber auch gemütliche Yogastunden in Ordnung.

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