„Ein bisschen so wie Achterbahn fahren“

Ein Interview mit Bahnradsportlerin Miriam Welte

Radsport betreibt sie seit 15 Jahren, in wenigen Tagen startet sie für Deutschland bei den Olympischen Sommerspielen: Miriam Welte ist Olympiasiegerin und Weltmeistern im Bahnradsport, liebt den Nervenkitzel auf der Bahn und belohnt ihr Training auch gerne mal mit Gummibärchen. Wir haben sie kurz vor ihrer Abreise nach Rio de Janeiro interviewt.

Ballett, Reiten, Turnen – Sportarten, die bei kleinen Mädchen ganz oben auf der Liste stehen. Wie bist du gerade zum Bahnradsport gekommen und wann hat sich diese Leidenschaft entwickelt?

Als ich 14 Jahre alt war habe ich mit dem Radsport begonnen. In dem Alter macht man noch alles. Straßenrennen, Mountainbike, im Winter Cross und eben auch Bahn-Wettkämpfe. Schnell habe ich gemerkt, dass ich auf der Bahn einfach mehr Talent habe als auf der Straße. Bei meinen ersten Deutschen Meisterschaften auf der Bahn bin ich über 500 Meter auf Anhieb Dritte geworden. Da war für mich klar, dass das meine Sportart ist.

Wegen der hohen Geschwindigkeiten während der Rennen haben Bahnräder weder Bremsen noch eine Gangschaltung, um die Gefahr von Stürzen zu verhindern. Ist es auch der Nervenkitzel, der dich am Bahnradsport reizt?

Natürlich. Es ist großartig, wenn man mit über 65 km/h durch die engen Kurven fahren kann. Wir trainieren auch immer mal wieder mit den Männern im Windschatten, da bin ich dann sogar noch schneller. Es fühlt sich so ein bisschen an wie Achterbahn fahren und macht einfach unglaublich viel Spaß.

Olympiasiegerin, Weltmeisterin, aktuell bist du als Bahnradfahrerin im Teamsprint die Drittschnellste der Welt. Was motiviert dich dennoch jeden Tag aufs Neue?

Ich liebe einfach meinen Sport. Die Abwechslung im Training und die Wettkämpfe, sich mit anderen zu messen. Natürlich gibt es auch Tage, an denen ich platt und müde bin. Da versuche ich dann an die kommenden Wettkämpfe, das Siegerpodest und das Gefühl dort oben zu denken. Das ist dann Motivation genug, das Training zu absolvieren, weil ich ja weiß, dass meine Konkurrentinnen auch sehr hart trainieren.

Auch du kannst dir einen Platz ganz oben auf dem Podest sichern: Ab dem 1.8. belohnen wir dein Training im Club mit Medaillen, mit denen du dir satte Rabatte auf unsere Food & Beverage Produkte sicherst.

Miriam Welte will in Rio alles geben

Interview Miriam Welte

Wie hast du dich für die Olympischen Sommerspiele in Rio vorbereitet? Hattest du einen speziellen Trainings- und Ernährungsplan und wie sah dieser aus?

Ich habe verschiedene Trainingslager in Deutschland gehabt. Mitte Juni bin ich mit der Nationalmannschaft nach Colorado Springs geflogen, um dort ein Höhentrainingslager zu absolvieren. Den letzten Feinschliff habe ich mir in Frankfurt/Oder auf der neuen Bahn geholt. Dort sind super Trainingsbedingungen und ich konnte mich wirklich optimal vorbereiten. In der Vorbereitung ist es so, dass ich etwa alle 9-10 Tage einen freien Tag habe und normalerweise trainiere ich zweimal am Tag für ca. 1,5 – 3 Stunden. Je nachdem was auf dem Plan steht. Für mich als Sprinterin ist auch das Krafttraining sehr wichtig. Ich gehe in der Vorbereitungsphase dreimal in der Woche in den Kraftraum.

Bei der Ernährung habe ich darauf geachtet, genug Proteine zu essen, abends außerdem nicht mehr so viele Kalorien über Kohlenhydrate zuzuführen, sondern eher über Gemüse und Fleisch. Natürlich gehört auch Naschen dazu. Vor dem Training darf man sogar Gummibärchen essen, die verbrennt der Körper durch den Sport sowieso.

Bei Fitness First gibt es das Kursformat ProCycling, das auf professionellem Bahnradsport beruht. In High Intensity Intervallen können Keirin (Race), Einzelsprint und Teamsprint trainiert werden. Du hast das Format bereits getestet. Wie fällt dein Urteil aus und für welche Trainingsziele eignet sich dieses Kursformat?

Das Format ist super geeignet als HIT Training. Du kannst dich innerhalb von etwa 45 Minuten komplett auspowern. Ich liebe natürlich den Teamsprint, weil das die Disziplin ist, die ich auch auf der Bahn fahre!

Für Erfolge im Sport spielt, neben Training und Ernährung, auch die Regeneration eine große Rolle. Wie entschleunigst du und erholst dich am liebsten?

Am Klavier, beim Kochen & Backen oder beim Lesen.

Bei den Olympischen Spielen 2012 in London hast du mit deiner Teamkollegin Kristina Vogel zum ersten Mal Gold im Teamsprint geholt und ein Jahr später mit 32,153 Sekunden im mexikanischen Aguascalientes einen Weltrekord aufgestellt. Was ist das Besondere am Teamsprint? Seid ihr auch privat befreundet?

Kristina und ich verstehen uns super. Wir machen viel zusammen und verbringen ca. 6 Monate im Jahr gemeinsam in einem Zimmer. Natürlich entsteht da auch eine Freundschaft in der Zeit. Ich glaube, dass uns das auch auszeichnet und vor allem das unsere Stärke ist, dass wir gemeinsam so erfolgreich sind im Teamsprint.

Miriam Welte bei der Weltmeisterschaft in Paris 2015

Interview Miriam Welte

Ein familiäres Team: Dein Stiefvater ist dein Trainer, deine Mutter ist Physiotherapeutin und unterstützt dich wo sie kann. Ist es von Vorteil wenn Privatleben und Karriere so eng verzahnt sind oder gibt es da auch manchmal Konflikte?

Ich finde, dass das ein sehr großer Vorteil ist. Die beiden kennen mich super gut und wissen, wenn es mir gut oder schlecht geht. Dadurch kann man dann auch mal im Training eine Einheit verschieben oder weglassen. Natürlich sind wir nicht immer einer Meinung. Aber das wird dann diskutiert und ausgesprochen. Wir arbeiten sehr erfolgreich zusammen und ich bin sehr glücklich darüber, dass ich eine solche Unterstützung von zu Hause bekomme.

Mit jeder Menge Ehrgeiz hast du es zu sportlichem Erfolg gebracht. Hast du Tipps, wie man seine Trainingsziele verfolgt, wenn die Motivation mal fehlt und wie man vielleicht sogar über sich hinauswachsen kann?

Man sollte immer Spaß am Sport haben. Für mich steht das absolut im Vordergrund. Freude bei den Übungen und den Sportarten die man macht. Außerdem macht Training noch mehr Spaß wenn man es gemeinsam macht und sich gegenseitig motivieren kann.

Man sollte sich immer Ziele setzen, die nicht so weit in der Zukunft sind. Lieber immer wieder kleine neue Ziele stecken, damit man auch Erfolgserlebnisse im Training hat. Damit kommt man viel weiter! Wichtig ist, dass man mit Selbstvertrauen an das Training geht und sich immer wieder sagt, dass man stark ist und die gesteckten Ziele erreichen kann!

Pia

Pia

Ich bin bei Fitness First als Online Content Editor dafür zuständig, dass du stets top informiert bist. Ob es um die neuesten Trainingsmethoden, Ernährungstrends oder die heißesten News aus unserem Unternehmen geht, hier im Blog erfährst du es zuerst. Ich selbst liebe auspowernde Kurse wie BodyFit oder deepWORK™. Zusammen mit meinem Ausdauertraining an der frischen Luft, bereite ich mich so regelmäßig auf Herausforderungen wie einen Halbmarathon oder das Spartan Race vor.