Stillstand ist keine Option

Ein Interview mit Regina Halmich

Dass sie nie bei Olympia geboxt hat, ist ein unerfüllter Traum, aber Regina Halmich hat als Profiboxerin viele Erfolge gefeiert und ist immer noch viel beschäftigt. Ich habe sie bei der Aerobic & Fitness Week in der Türkei und beim Shooting für das Olympia-Workout in Frankfurt getroffen und sie als eine ehrgeizige und sportlich immer noch sehr ambitionierte Person kennen gelernt, die das Rampenlicht samt Schattenseiten kennt und bei der Aufgeben nicht im Wortschatz steht.

Gestern fand in Rio das olympische Halbfinale im Frauenboxen statt. Dass diese Sportart einen festen Platz bei den Wettkämpfen hat, war nicht immer selbstverständlich. Durch dich ist der Sport in Deutschland publik geworden, seit 2012 ist Frauenboxen olympische Disziplin. Wie erinnerst du dich?

Ich bin gleich als Profi gestartet weil Amateurboxen damals noch verboten war. Ich hatte bis dahin schon über 35 Kickboxkämpfe, die mir als Erfahrung geholfen haben. So habe ich das Frauenboxen in Deutschland salonfähig gemacht und gezeigt, dass man auch als Boxerin ein Millionenpublikum begeistern kann.

Im Vorfeld zu den diesjährigen Olympischen Sommerspielen hast du in Kasachstan den Vorentscheid im Frauenboxen moderiert. Wie steht es aktuell um die Frauen im Ring?

Es waren ganz neue Eindrücke für mich und es war wahnsinnig interessant und spannend zu sehen, was in der internationalen Frauenboxszene so geht. Ich war sehr überrascht und beeindruckt vom Niveau. Die deutschen Boxerinnen haben sich leider nicht für Olympia qualifiziert, sie werden noch zu wenig gefördert. Nationen wie Amerika oder auch Mexiko werden hingegen wahnsinnig gepusht. Das hat mir wieder Mut gegeben, dass sich die Sportart an sich total etabliert hat. Im Fitnessbereich ist das BoxCamp zum Beispiel eine gestandene Größe.

Andreas Toba turnt bei diesen Olympischen Spielen trotz Kreuzbandriss weiter und geht an seine Grenzen. Ans Aufgeben dachte er nicht. Was bedeutet es für dich, sportlich über sich hinaus zu wachsen?

Das ist das, was jahrelang mein Beruf war. Als Profisportler gehst du immer über deine Grenzen. Das ist das Ziel und das unterscheidet einen erfolgreichen von einem weniger erfolgreichen Sportler. Natürlich ist mir klar, dass nicht alle Profis sind, ich bin ja jetzt auch keiner mehr. Aber es ist immer gut, wenn man Ziele hat und diese auch mal überschreitet, dass man keinen Stillstand erlebt.

Im Training habe ich immer noch die Mentalität: Ich mach bis nichts mehr geht und manchmal auch darüber hinaus. Ich bin kein Hobbysportler, der sich mit dem Mittelmaß abgibt. Das steckt schon so in mir drin.

Interview Regina Halmich

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Apropos an die Grenzen gehen, erwartest du das auch von deinen Teilnehmern im BoxCamp?

Das Wichtigste ist für mich, dass die Leute Spaß haben. Ich verlange eigentlich immer, dass jeder für sich sein Bestes gibt. Jeder hat eine andere Grenze und jeder muss sich selbst ein Stückchen prüfen. Mir ist in meinen Stunden wichtig, dass Gruppendynamik und Zusammenhalt stimmen. Dieses gemeinsame Schwitzen, gemeinsam durch die Hölle gehen, das ist wichtig.

Und lässt sich gut vermarkten. Während du früher im TV sehr präsent warst, Einschaltquoten von über 8 Millionen Zuschauern hattest, agierst du heute medial eher im Hintergrund.

Man muss sich ausprobieren. Es ist einfach nicht meine Intention, ein eigenes Fernsehformat zu haben, wenn ich mich nicht darin sehe. Und Fernsehen läuft eben nun mal so. Es ist viel gestellt und da muss man sich überlegen, ob man das machen möchte. Ich verurteile das nicht und es ist kein Geheimnis, dass ich mit dem Boxen gut Geld verdient habe. Heute habe ich das große Glück, dass ich mir meine Jobs aussuchen kann. Ich bin jetzt seit über sieben Jahren kein Profi mehr und habe immer noch wahnsinnig viel zu tun. Und ich mache einfach das, was mir Spaß macht und wo ich auch dahinter stehe. Ich bin einfach im Sport zu Hause, nicht im Entertainment Bereich.

Interview Regina Halmich

1995 verlierst du deinen ersten WM-Kampf in Las Vegas durch technisches K.O. Das Medienecho war riesig, aber sicher nicht so, wie du dir das vorgestellt hast.

Das war nicht irgendeine Niederlage, das war meine erste Weltmeisterschaft und dann auch noch in Las Vegas. Mein Big Dream ist zerplatzt, meine Welt zusammengebrochen. Das war so ein hohes Ziel und dementsprechend waren auch die Reaktionen. 1995 war Frauenboxen noch nicht so etabliert. Und nachdem ich verloren habe, hat sich die Presse auf mich gestürzt. Ein Schönheitschirurg musste meine Verletzung am Auge zusammen klammern, das war echt böse. Die Bildzeitung titelte unter blutverschmierten Bildern Wollen wir das sehen? Wenn du erst 19 Jahre bist, dann musst du das erst mal verkraften. Nach dem totalen Medienhype um meine Person war plötzlich Totenstille. Aber es ist wichtig, dass man, zumindest einmal im Leben, auch mal auf der anderen Seite steht. Beim Profiboxen darf man das allerdings nicht zu oft. Du hast drei Kämpfe im Jahr und die müssen sitzen.

Interview Regina Halmich

Mit deinem Auftritt im Playboy hast du erneut medialen Gesprächsstoff geliefert. Wurde dieser Auftritt ebenso kritisch kommentiert?

Nein, überhaupt nicht. Natürlich habe ich mir das lange überlegt. Wenn man so etwas macht, ist es sehr wichtig, dass man bereits erfolgreich ist und nicht erst dadurch berühmt wird. Die Reihenfolge muss stimmen. Sportlerinnen sind immer ein Stück weit unantastbar solange sie ihre Leistung bringen. Ich war im Ring immer total unattraktiv: verbeult, verschwitzt, ungeschminkt. Andere gehen ins Fernsehen, um schön auszusehen. Ich habe dieses Angebot angenommen, um mal eine andere Seite von mir zu zeigen.

Du bist an deiner Niederlage gewachsen. Ein Ratschlag, wie man nach Rückschlägen oder Motivationstiefs wieder Gas gibt?

Wichtig ist, dass man ein Ziel hat und an sich glaubt. Häufig ist es das Umfeld, das einen negativ beeinflusst. Es ist wichtig, dass man nicht immer an sich selbst zweifelt. Gerade bei Frauen ist das so. Wir Frauen hinterfragen uns so oft, Männer machen einfach. Frauen müssen auch mal selbst zu sich sagen, das hab ich gut gemacht. Auch ich kämpfe zum Beispiel immer wieder mit meinem Schweinehund und hab nicht immer Lust ins Training zu gehen oder wenn ich einen Vortrag halte, möchte ich das so gut wie möglich machen. Wenn man das dann aber geschafft hat, ist man doppelt so stolz auf sich.

Deine persönlichen Workout-Tipps?

Man sollte vielseitig trainieren und sich nicht nur auf ein Workout konzentrieren. Ich bin ein wahnsinniger Fan von freestyle und von TRX Übungen, die man auch gut mit dem BoxCamp kombinieren kann. Diese Mischung finde ich perfekt. Intervalltraining ist super: kleine, knackige Einheiten, maximal 45 Minuten ein Workout, dafür aber mit der Pulsfrequenz konsequent hoch gehen und nur kurze Pausen machen. Die Zeiten in denen man 1,5 Stunden auf dem Stepper steht, sind vorbei.

Interview Regina Halmich

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Was sind deine Trainings- und Ernährungstipps?

Ich möchte mich wohlfühlen in meinem Körper. Dafür achte ich auf eine ausgewogene Ernährung ­– natürlich gibt’s auch mal kleine Sünden, dafür lebt man ja. Und man hat wieder einen Grund zu trainieren. Die Mischung macht‘s einfach. Wenn ich merke, es müssten mal wieder ein zwei Kilo runter dann achte ich darauf, nur mittags Kohlenhydrate zu mir zu nehmen und abends hauptsächlich viel Eiweiß. Ganz ohne Disziplin geht’s natürlich nicht.

Pia

Pia

Ich bin bei Fitness First als Online Content Editor dafür zuständig, dass du stets top informiert bist. Ob es um die neuesten Trainingsmethoden, Ernährungstrends oder die heißesten News aus unserem Unternehmen geht, hier im Blog erfährst du es zuerst. Ich selbst liebe auspowernde Kurse wie BodyFit oder deepWORK™. Zusammen mit meinem Ausdauertraining an der frischen Luft, bereite ich mich so regelmäßig auf Herausforderungen wie einen Halbmarathon oder das Spartan Race vor.