Gastbeitrag

Anna, Social Media bei Fitness First

Lagom

„Nicht zu wenig, nicht zu viel, gerade recht“

LagomLaut dem OECD Better Life Index schneidet Schweden in fast allen Messgrößen der Lebensqualität überdurchschnittlich gut ab. Doch warum sind die Schweden so glücklich und zufrieden mit sich und der Welt? Können wir uns mit unserem Drang nach Perfektion und Pünktlichkeit vielleicht ein bisschen was von dem Lagom-Lifestyle der Schweden abschauen?!

Was ist Lagom?

Für den Begriff „Lagom“ haben wir Deutschen keine eindeutige Übersetzung. „Nicht zu viel, nicht zu wenig, genau richtig“ beschriebt den Lagom-Lifestyle wohl am treffensten. Eine schwedische Lebenseinstellung die ein Leben in Ausgewogenheit zelebriert. Dabei geht es darum, eine gewissen Balance zu finden, nicht zu über- aber auch nicht untertreiben. Wie das regelmäßige Workout, man muss nicht jeden Tag in den Club rennen, aber trotzdem konstant an seinen sportlichen Zielen arbeiten.

Das Ganze geht wohl auf einen Mythos aus der Wikinger-Zeit zurück. Dieser besagt, dass wenn ein Trinkhorn in einer Gruppe herumgereicht wird jeder genau einmal gleich viel davon trinken kann. Dies wurde als „laget om“ bezeichnet, wörtlich: „einmal in der Gruppe herum“.

Eine wirklich inspirierende Lebensweise. Um mich weiter darüber zu informieren habe ich mir das Buch „Lagom, Glücklich leben in Balance“ von Linnea Dunne besorgt und verrate euch in diesem Blogartikel, was wir uns alles von den Schweden abgucken können.

Balance Berufs- und Privatleben

Lagom arbeiten, das bedeutet vor allem eins: die richtige Work-Life-Balance zu finden. Ein pünktlicher Feierabend und ausreichend Kaffeepausen, sind keine Anzeichen fauler Mitarbeiter, sondern Garanten für produktive, glückliche und motivierte Kollegen. Die „Fika“ ist in nahezu jedem schwedischen Unternehmen Teil des Arbeitsalltags. Zusätzlich zur Mittagspause trifft man sich Vor- und Nachmittags 15 Minuten auf eine Filterkaffee und eine Zimtschnecke, dabei kommen auch oft neue kreative Ideen zustande. 

Ein weiterer fester Bestandteil in einem Lagom-Leben, ist der „Fredagsmys“. Der After-Work-Freitag steht ganz im Zeichen der Familie und Entspannung. Unter der Woche sind frühe Schlafenszeiten und gesunde, selbstgemachte Gerichte die Regel; aber am Freitagabend genießt man auch mal die Faulheit eines gekauften Abendessens mit den Liebsten entspannt auf der Couch. Es geht immer darum sich wohl zufühlen und die richtige Balance zu finden 🙂

Lagom
Lagom

Lagom-Styling

Ziemlich viele von uns haben bestimmt schon ein lagomes Möbelstück im Haus. Der kürzlich verstorbene IKEA-Gründer hat einmal gesagt: „Einen Schreibtisch zu entwerfen, der 1400€ kosten darf, ist für einen Möbeldesigner einfach. Einen funktionalen, guten Schreibtisch zu kreieren, der dagegen nur 70€ kostet, das können nur die Besten“. Nicht ohne Grund ist der Selbstbau-Möbelgigant so erfolgreich. Ein Billy Regal ist einfach super praktisch, zeitlos und kann für die unterschiedlichsten Dinge verwendet werden. Denn genau das ist Lagom: langlebige Designs, Funktionalität, keine Verschwendung und ganz viele helle Farben.

Ein weiterer, uns allen bekannten, Unternehmenskonzern ist H&M und wo kommt der her? Richtig, Schweden! Auch diese Firma konzentriert sich auf Funktionalität, Basics, Biologisch erzeugte Produkte und engagiert sich gegen die Wegwerfmentalität der heutigen Gesellschaft.

Nachhaltigkeit, Qualität und ein angemessener Preis schließen sich niemals aus, man denkt es immer nur.

Nur wie können wir das alles umsetzten? Linnea Dunne gibt in ihrem Buch einige spannende Tipps, so zum Beispiel auch:

  1. Pflegt eure Kleidung und eure Möbel
  2. Auf keine kurzlebigen Trends aufspringen
  3. Bequemlichkeit und Funktionalität zuerst

Die Nähmaschine wieder auspacken, Slow-Shopping betreiben, Entrümpeln und einfach mal Raum schaffen können deine ersten Schritte in ein lagomes Leben werden.

Schwedisches Verhältnis zu Ernährung und Bewegung

Das Essen und Bewegen wird nicht als lästige Notwendigkeit betrachtet, sondern es ist ein richtiges Event. Das gemeinsame kochen und spätere genießen wird zelebriert wie ein Festakt, am besten mit der gesamten Familie. Dabei wird selbstverständlich auf regionale und biologische Lebensmittel geachtet. Auch ein get-together mit Freunden bei welchem jeder einen kleinen Salat oder Snacks mitbringt ist sehr beliebt. Hierbei spart man sich nicht nur Zeit und Kosten, sondern kann so auch immer wieder ein neues Gericht für entdecken.

Die „Fika“ kann auch mal in ein entspanntes kleines Picknick verwandelt werden, um den Sonnenschein zu genießen. Außerdem können Pilze, Beeren und Gemüse auch schon mal selbst gesammelt, oder angebaut werden, Bewegung an der frischen Luft inklusive!

Sport einfach in den Alltag zu integrieren ist sowieso die beste Methode. Einfach mal in die Arbeit mit dem Fahrrad fahren, oder nur noch Treppen steigen, hält uns bereits fit. Außerdem stehen Spaß haben und wohlfühlen bei jeder sportlicher Aktivität im Vordergrund. Verabrede dich doch einfach mit Freunden auf ein gemeinschaftliche Runde im Park, oder nutze unser Outdoor oder Kurs-Angebot.

Der Lagom-Ansatz für Gefühle

Mein absoluter Lieblingsspruch aus dem Buch: „Zu Hause bleiben ist das neue Ausgehen – weil es bequem, billig und extrem lagom ist“. Jedem von uns ging es bestimmt schon mal so, ein anstrengender Tag man ist total am Ende, aber muss natürlich trotzdem noch zur nächsten Party. Warum nicht einfach die Freunde zu sich einladen (und jeder bringt etwas mit), oder die Gefühle offen kommunizieren (vielleicht geht es den Anderen ja auch so)! 🙂

Lagom

Neben meinem Studium der Corporate Communicatons unterstütze ich das Social Media Team von Fitness First als Werkstudentin. Einen großen Teil meiner Freizeit verbringe in den Bergen, oder einem FF Club. Hier findet man mich meist in einem der Hot Iron oder Yoga Kurse, ich liebe es aber auch neue Formate auszutesten und berichte euch hier gerne davon!

Gastblogger Anna Rueger

Gastblogger Anna Rueger

Neben meinem Studium der Corporate Communications unterstütze ich das Social Media Team von Fitness First als Werkstudentin. Einen großen Teil meiner Freizeit verbringe in den Bergen, oder einem FF Club. Hier findet man mich meist in einem der Hot Iron oder Yoga Kurse, ich liebe es aber auch, neue Formate auszutesten und berichte euch hier gerne davon!