Gastbeitrag

Mark Warnecke

Ist Nahrungsergänzung für mich sinnvoll?

 

Nahrungsergänzungsmittel sind aus den Fitnessstudios und dem Spitzensport nicht mehr wegzudenken. Bei einer Umfrage aller deutschen Olympiateilnehmer gaben fast 100 Prozent der Befragten freiwillig an, Nahrungsergänzungen regelmäßig zur Erreichung ihres Trainings- und Wettkampfziels zu benutzen. Einige von euch denken da jetzt sicher auch an den Dopingfall von der Biathletin Evi Sachenbacher, die wahrscheinlich verunreinigte Mittel zu sich nahm. Auch bei Fitness First sind viele Nahrungsergänzungsmittel, wie Protein-Shakes und -riegel zu kaufen.

Warum kommen die Mittel schnell in Verruf?

Nahrungsergänzungen machen Sinn, wenn man sie zum einen richtig anwendet und zum anderen auf Qualität achtet. In Verruf kommen Nahrungsergänzungsmittel immer dann, wenn der Anwender glaubt, dass sich die Produkte zwar im Preis, nicht aber in der Qualität unterscheiden.

Eiweißpulver kann ich überall kaufen. Wie gut sind die günstigen Produkte aus dem Supermarkt wirklich?

Im Discount bekommt man Eiweißpulver schon für recht wenig Geld. Kennt man sich aber aus und kann das Etikett interpretieren, fällt schnell auf, dass sich das angepriesene Produkt in der Rohstoffqualität teilweise dramatisch von Qualitätsprodukten unterscheidet.Das spiegelt sich im zu erwartenden Produktnutzen wider. Auch eine Addition der Inhaltsstoffe ergibt teilweise mehr als 100 Prozent, was natürlich nicht möglich sein sollte. Zum „strecken“ werden dort gerne höhere Anteile an günstigem Milch-, Soja- oder Weizenprotein beigefügt. Hinter der schillerndsten Werbung mit den tollsten Produktversprechungen stecken sehr häufig günstige Erzeugnisse, was der Branche im Allgemeinen und zu ungerechter Weise keinen guten Ruf beschert. Ein weiteres Thema sind die Verunreinigungen. Jüngst im Fall von Evi Sachenbacher/Steele wurde gab es wieder viele Diskussionen . Unabhängig davon ob in diesem Fall der „dubiose“ Berater von Evi hier zu dem verbotenen Nahrungsergänzungsmittel geraten hat, oder ob es sich bei dem eingesetzten Produkt um ein verunreinigtes Produkt handelt.

Wie erkenne ich gute Produkte?

Seriöse Anwender verwenden keine Assoziationen mit Hormonen, wie z.B. Testosteron, GRH usw.. Des Weiteren machen sie keine falschen Produktversprechen  (z.B. -8 KG in 2 Wochen). Wörter wie anabol oder jegliche Form der Maximierung (hyper-, mega-…) werden oft von unseriösen Herstellern verwendet. Der Profi erkennt gute oder auch schlechte Produkte oft schon am Etikett. Ergeben die Inhaltsstoffe mehr als 100 Prozent wurde schon etwas „ungenau“ deklariert. Die Proteinquellen sind ein weiteres Indiz der Wertigkeit. Weizen- , Milch- und Sojaprotein kostet nur etwa 10-20 Prozent von einem hochwertigem Isolat aus Molke. Auch sind Konzentrate günstiger als Isolate. Leicht ist es leider für den Laien nicht, Quantität von Qualität immer zu unterscheiden. Wenn in einem 4-Komponenten Eiweiß nur 1% der hochwertigen Rohstoffquellen ist und die Masse nur mit Milcheiweiß, Süßmolke oder Magermilchpulver gestreckt ist, reicht das schon aus, um es so zu nennen. Die Reihenfolge der Rohstoffquellen sollte mit der Menge korrelieren.

Hohe Produktreinheit und hohe Produktqualität machen sich bemerkbar beim Anwender, haben allerdings auch Ihren Preis. Bei guten Nahrungsergänzungen handelt es sich um Produkte, die im Supermarkt pro Kilogramm mit am teuersten in der Herstellung sind. Bei einem Döner von 1 Euro kann man auch keine Spitzenqualität erwarten.

Machen Nahrungsergänzungsmittel wirklich Sinn?

Sinn macht ein gezielter Einsatz guter Produkte in jedem Fall. Hier einige Beispiele:

Mineral- Elektrolytgetränk zum Schweißverlust: Gute Produkte können deutlich schneller und effizienter die Flüssigkeitsspeicher und Energiespeicher auffüllen als einfaches Wasser oder manche Apfelschorle. Trinken Marathonläufer während des Laufes beispielsweise nur Wasser, besteht die Gefahr des Hirnödems mit allen vitalen Folgen, auch Todesfälle sind schon aufgetreten. Wasser alleine gibt nicht der Zelle die verlorene Flüssigkeit zurück, sondern führt zur Hyperhydration. (Überhydrierung beim Sport, Trinken bis zum Hirnödem, Ärzte Zeitung online 03.08.2012)

Was ist mit dem Shake nach dem Workout?

Ein hochwertiger Eiweißshake mit wenig Kohlenhydraten und hohem Eiweißanteil hilft zum Beispiel beim Wunsch die Figur zu straffen, indem es dem Körper nach der Belastung Energie zuführt und satt macht. Insulin wird nicht in hohen Mengen ausgeschüttet, so bekommt der Körper langsam Energie, die Fettverbrennung nach dem Training wird nicht unterbunden. Ein Eiweiß-Shake mit höherem Kohlenhydratanteil wirkt nach dem Training als sogenannter Gainer, d.h. Insulin wird ausgeschüttet, die Fettverbrennung unterbrochen und die Proteine und die Kohlenhydrate dem Körper zu dieser anabolen Phase zur Verfügung gestellt.

Warum nach dem Training auch mal einen Riegel essen?

Proteinriegel schmecken sehr gut, haben aber nicht die hohen Zuckermengen wie eine normale Riegelsüßigkeit. Normale „Süßigkeiten-Riegel“ bestehen zu den größten Anteilen aus Fett und Zucker. In Proteinriegeln ist das Fett und der Zucker im Verhältnis deutlich verringert zugunsten der als Energieträger für uns höherwertigen Proteine. Ein Vorteil der Proteinriegel ist zudem, dass die Sättigung deutlich höher ausfällt als bei einer normalen Süßigkeit. Kohlenhydratriegel sind kompakte und ideale Energiebringer, für alle diejenigen, die sich nicht nur kurzzeitig Energie zuführen wollen. Die Kombination aus verschiedenen Kohlenhydratquellen, wie auch Haferflocken ist hier wichtig zu beachten.

Fitnessexperte

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