Fitnessexperte

Veronika Pfeffer, National Group Fitness Managerin

Superfood Alternativen aus der Heimat

Konkurrenz für die Exoten

Als Anti-Aging-Wunder gelangt Superfood von weit her in unsere Küchen. Können es einheimische Superfood-Alternativen mit den Exoten aufnehmen? Und halten Chia-Samen oder Weizengras, was sie versprechen? Lies, was du mit gutem Gewissen essen kannst.

Superfood im Check

Was ist Superfood überhaupt? Ein wissenschaftlicher Begriff zumindest nicht. Frei definiert ist Superfood ein Lebensmittel, das mehr Nährwerte bietet als andere. Im Grunde also keine schlechte Sache. Die Schattenseite: Goji-Beeren & Co. legen weite Strecken zu uns zurück. Das macht die hippen Nahrungsmittel teuer und ökologisch fragwürdig. Aber kann heimisches Superfood mit den hoch gepriesenen Lebensmitteln aus fernen Ländern mithalten?

Acai versus heimische Beeren

Das steckt wirklich drin: Als Verjüngungselixier brachte es die Acai-Frucht vor ein paar Jahren zu einigem Ruhm. Im Fokus: der Pflanzenfarbstoff Anthocyan, der nachweislich gut für die Blutgefäße ist. Ob er auch die Haut langsamer altern lässt? Dafür fehlt der Beweis. Zudem erreichen uns nicht die frischen Beeren aus Südamerika, sondern gefriergetrocknetes Pulver. Lebensmittelexperten zweifeln daran, dass darin noch viel Gesundes zu finden ist.

Alternative aus der Region: Nicht nur Acai-Früchte enthalten Anthocyan. Auch dem Superfood, das bei uns gedeiht, verleiht der Pflanzenstoff die dunkle Farbe – und eine entzündungshemmende Wirkung. In Heidelbeeren und Johannisbeeren stecken ebenso gute Inhaltsstoffe wie in Acai-Beeren, etwa Vitamine, Proteine und Calcium. Nährstoffreicher als pulverisierte Pflanzen sind sie allemal.

Superfood

Chia-Samen versus Leinsamen

Das steckt wirklich drin: Chia-Samen sind gesund. Das steht fest. Sie vereinen Eiweiß, Ballaststoffe, Omega-3-Fettsäuren und mehr Kalzium als Milch. Möglicherweise wirken die südamerikanischen Samen wie Schlankmacher: Belegt ist, dass sie den Blutzuckerspiegel konstant halten. Dass Chia-Samen zuweilen nicht nur Gutes enthalten, deckte das Testmagazin Öko-Test auf. Nach schlechten Testergebnissen wurden zwei Produkte aus dem Verkauf genommen – wegen erhöhter Pestizidbelastung.

Alternative aus der Region: Viel pflanzliches Eiweiß liefern auch Linsen. Sie kosten einen Bruchteil dessen, was wir hierzulande für die weitgereisten Chia-Samen bezahlen. Ebenso Leinsamen: Das Multitalent ist reich an Ballaststoffen, Calcium, Eisen, Omega-3-Fettsäuren und Vitamin E. Zwei Esslöffel davon pro Tag sind förderlich. Mehr sollte es jedoch nicht sein.

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Goji-Beere versus Kirsche

Das steckt wirklich drin: Die asiatischen Goji-Beeren legen etliche Kilometer zu uns zurück. In der chinesischen Medizin gilt die tibetanische Frucht als nützlich für Blutdruck und Immunsystem. Ihren Ruf als Anti-Aging-Produkt verdankt die Goji-Beere ihrem hohen Anteil an Antioxidantien. Häufig klettern allerdings auch die Pestizid- und Schwermetall-Werte von Goji-Beeren in die Höhe.

Alternative aus der Region: Die guten Inhaltsstoffe europäischer Früchte können es mit der Goji-Beere sehr wohl aufnehmen. Leckere Exempel: Himbeeren, Kirschen, Holunder und Preiselbeeren.

Matcha-Pulver versus Ingwertee

Das steckt wirklich drin: Typisch für Matcha-Pulver ist, dass es in Japan und China aus dem kompletten Teeblatt hergestellt wird. Daher gilt es als besonders hochwertig. Aber: Der Begriff ist nicht geschützt und heißt nichts anderes als gemahlener Grüntee. Daher gibt es große Unterschiede in Geschmack und Qualität.

Alternative aus der Region: Grüner Tee hat zu Recht einen guten Ruf. Zu den vielen positiven Eigenschaften zählt, dass er das Cholesterin senken und den Stoffwechsel ausbalancieren kann.  Doch auch in Europa wachsen Heilpflanzen. Fencheltee hilft bei Bauchschmerzen, Kamille bei Entzündungen und Hagedorn bei hohem Blutdruck.

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Weizengras versus grünes Gemüse

Das steckt wirklich drin: Man ernte Weizen nach wenigen Tagen, presse ihn aus und heraus kommt… ein Saft mit jeder Menge Chlorophyll. Der Stoff, aus dem grüne Pflanzenfarbe gemacht ist, entschlackt und unterstützt den Aufbau von Blutzellen. Wer sich jedoch von Weizengras ernährt und glaubt, Krankheiten damit zu heilen oder gar Krebs vorzubeugen, irrt: Diese Theorie konnten Wissenschaftler nicht erhärten.

Alternative aus der Region: Mit Chlorophyll warten Broccoli, Grünkohl oder Spinat ebenfalls auf. Es ist jedoch auch die Summe seiner Inhaltsstoffe, die grünes Gemüse so gesund macht.

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Mein Expertentipp: Sieht dein Essen schön bunt aus? Umso besser! Je nach Kolorierung ist ein anderer gesunder Wirkstoff aktiv. So färben Carotinoide Paprika und Karotten gelblich, Lycopin taucht Erdbeeren und Tomaten in Rot. Iss abwechselnd Gemüse oder Obst in Grün, Rot, Gelb und Blau. Dann kannst du dir teures Superfood aus fernen Ländern sparen.

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Diese Artikel schreiben unsere Experten und Partner: Ob National Fitness Manager Alexander Richter, National Group Fitness Managerin Veronika Pfeffer oder unsere Partner und Ernährungsexperten - lies hier den Expertentipp!