Gastbeitrag

Sara, Head of Digital Marketing Fitness First

Allein unter Männern

Ein Triathlon Tagebuch Teil 4 – Interview mit Uli Syring

Allein unter Männern – ein Triathlon Tagebuch, Teil 4

Ich muss gestehen, dass ich gerade etwas nervös bin. Am Sonntag, den 17.06. starten all meine Jungs und ich beim nächsten „Test“-Triathlon in Erding. Auch wieder eine Sprintdistanz (wenn Ihr den Tagebucheintrag der letzten Sprintdistanz verpasst habt, kein Problen, das gibt es alles hier zum Nachlesen.)

Dominik, Basti, Martin, Sebastian und ich trauen uns endlich mal gemeinsam an den Start zu gehen. Im nächsten Beitrag erfahrt Ihr dann endlich mehr über die 4 Männer, aber auch von ihren persönlichen Erfahrungen mit dem Triathlon. Aber bis dahin, hol ich mir jetzt noch die letzten Tipps für Sonntag…

Mut bedeutet, auch mit keiner Ahnung einen Profi zu interviewen.

Nachdem ich euch in den vergangen Teilen meines Triathlon Tagebuchs eher aus Sicht eines absoluten Anfängers Einblicke in das Training gegeben habe, möchte ich euch heute mit einem Interview den Tag versüßen.

Daher freue ich mich sehr, dass ich Uli Syring dafür gewinnen konnte. Uli ist Personal Trainerin, Referentin im Bereich Training und Ernährung und Group Fitness Koordinatorin bei Fitness First. Und zusätzlich absoluter Triathlon Fan. Daher denke ich, dass für alle Sport- und vor allem Triathlon-Interessierte Weiterlesen durchaus zu empfehlen ist.

Was bedeutet Mut für dich?

Saras Triathlon, Teil 4

Hi Uli, schön, dass du dir die Zeit nimmst. Erzähl uns erstmal mehr über dich und deine Leidenschaft für Triathlon. Wie kam es dazu, dass dich dieser Sport so fasziniert hat?

Also erstmal – Profi – ähm, naja, davon bin ich weit entfernt! Für mich ist es ein Hobby, das ich aber mit wirklich großer Leidenschaft und noch viel mehr Spaß betreibe. Ich bin kein Trainingsweltmeister, aber habe scheinbar ein gewisses Talent, deshalb hört man von mir auch oft: „Wer trainiert hat kein Talent!“

Ich brauche im Sport ein Ziel und das sind für mich die Wettkämpfe, die mich motivieren auch mal ab und an zu trainieren. *lach* Triathlon fasziniert mich, weil es so vielfältig ist und man im Training bei gutem Wetter auch viel draußen sein kann. Ich kann alle drei Disziplinen ganz gut, aber keine so richtig gut – deshalb ist so ein Dreikampf gar nicht so schlecht.

Meinen ersten Sprinttriathlon habe ich vor 15 Jahren in Mainz gemacht. Als ein Studienkollege uns dafür angemeldet hat, wusste ich noch nicht einmal was das überhaupt ist! Wir haben dann getestet, ob wir das schaffen können – 500 m Schwimmen im Schwimmbad, 27 km Rad fahren und 5 km Laufen – jeweils mit einer Woche Pause zwischen den Disziplinen. Das Schwimmen war dann im Rhein, das war doch etwas anders, als im Schwimmbad. Ein Rennrad, was ich mir für den Tag geliehen hatte, war ich auch noch nie gefahren, hab aber gleich mal ganz mutig meine Indoor Cycling-Schuhe angezogen – ging! Verpflegung habe ich gar nicht erst mitgenommen, sodass der abschließende Lauf dann schon richtig hart war.

Nachdem ich es aber dann direkt in meiner Altersklasse auf’s Treppchen geschafft hatte, wusste ich – das ist mein Sport!

Wow, und ich dachte, ich habe meine erste Sprintdistanz absolut amateurhaft gemeistert 

Du hattest privat/gesundheitlich eine nicht so leichte Zeit hinter Dir. Was genau war los und wie hast du es geschafft dich danach wieder zu motivieren und aufzuraffen?

Ich habe vor ca. 2 Jahren festgestellt, dass mein Herz manchmal ziemlich schnell schlägt, was dann immer häufiger wurde, sodass ich dann doch mal zum Arzt gegangen bin. Da wurde dann auch eine Herzrhythmusstörung diagnostiziert, die dank einer Herzkatheter-OP erstmal behoben werden konnte *toitoitoi* Das lief alles sehr gut und unproblematisch, aber das Herz ist ja immer etwas, was man nicht so auf die leichte Schulter nehmen sollte. Da hört man plötzlich ganz anders in sich hinein.

Da der Arzt aber sagte, dass es keine Einschränkungen mehr geben sollte, habe ich wieder langsam angefangen zu trainieren und letztes Jahr dann auch wieder erste kleine Rennen gemacht.

Meine größte Sorge war es, dass ich vielleicht nicht mehr so belastbar sein könnte oder meinen Sport nicht mehr ausüben kann. Wenn man über mehrere Monate nicht in der Lage war eine ordentliche Trainingseinheit zu absolvieren und es dann wieder alles geht, kommt die Motivation ganz von selbst. Dieses Gefühl, dass es von Mal zu Mal besser geht, die Form zurück kommt und es plötzlich wieder Spaß macht und nicht mehr nur Qual ist, ist einfach großartig und motiviert mich ungemein!

Wer sind die besseren Triathleten – Männer oder Frauen?

Saras Triathlon, Teil 4

Was ist Deine Lieblings-Disziplin – Schwimmen, Radeln, Laufen oder die Wechselzone?

Saras Triathlon, Teil 4

Die erste Disziplin ist für Neulinge oft die schwerste. Aber auch bei den Profis lese und höre ich das immer wieder. An was liegt es, dass Schwimmen die gefürchtetste Disziplin unter den Triathleten ist?

Das stimmt, Schwimmen ist für die meisten die Angstdisziplin. Für viele ist es wahrscheinlich so, weil sie einfach erst im Erwachsenenalter richtig schwimmen lernen, wenn sie sich für Triathlon entscheiden. Da geht es für einige darum, das Schwimmen zu überleben und wenn es geht, nicht ganz abgekämpft anzukommen, damit sie dann überhaupt noch Rad fahren und laufen können. Man hört oft: Ich möchte keine tollen Zeiten schwimmen, ich bin zufrieden, wenn ich halbwegs erholt aus dem Wasser komme.

Ich bin als Kind geschwommen, sodass ich ganz gut mit dem Element Wasser zurechtkomme und auch ohne Training Zeiten schwimme, mit denen ich recht zufrieden bin. Trotzdem bin ich oft froh, wenn das Schwimmen vorbei ist und ich auf´s Rad steigen kann. Je nach den Bedingungen hat man da manchmal ein Hauen und Stechen, man wird unter Wasser gedrückt, wird am Bein gezogen oder hat Ellenbogen in den Rippen, sodass es mir dann gar keinen Spaß macht! Da schwimme ich dann lieber auch nicht im Feld, sondern etwas weiter außen und dadurch ein paar Meter mehr, nur um dem Gerangel aus dem Weg zu gehen. Meine Lieblingsrennen sind inzwischen die mit einem Jagdstart – da wird nicht im Feld gestartet, sondern alle paar Sekunden geht jemand ins Wasser, wodurch sich das Ganze ziemlich entzerrt.

Neben den drei Hauptdisziplinen Schwimmen, Radfahren und Laufen. Welches Training empfiehlst du Triathleten (und allen, die es werden wollen)?

Für mich sind neben dem sportartspezifischen Training noch Krafttraining, am liebsten in Form von Langhanteltraining und Faszientraining ganz wichtig. Beim Krafttraining ist es dann einmal das sportartspezifische Krafttraining, bei dem alle im Triathlon benötigten Muskeln gekräftigt werden sollen und das sogenannte Coretraining, bei dem es um die Rumpfstabilität geht. Rumpfstabilität ist in jeder der drei Disziplinen von hoher Wichtigkeit: für die gute Wasserlage, ruhiges Sitzen auf dem Rad und einen ökonomischen Laufstil auch noch nach langer Belastung.

Grundlagenausdauertraining – top oder flop?

Saras Triathlon, Teil 4

Wie sehr magst du Intervalltraining?

Saras Triathlon, Teil 4

Spielt Ernährung eine große Rolle? Und wenn ja, welche? Einfach so viele Kohlenhydrate wie möglich, um der Cardio-Belastung Stand zu halten?

Ja klar, jetzt möchtest du von mir grünes Licht für Kohlenhydrate ohne Ende – vielleicht in Form von Schokolade oder Gummibärchen???? *lach*

Ernährung spielt für die Leistungsfähigkeit, aber auch für die Regeneration eine ganz entscheidende Rolle! Natürlich sind Kohlenhydrate gerade im Ausdauersport wichtig, aber gar nicht sooooo wichtig, wie man vielleicht meint und auch nicht unbedingt in Form von Pasta. Man findet beispielsweise im Gemüse auch schon sehr viele Kohlenhydrate.

Generell ist eine ausgewogene Ernährung von Vorteil und auch im Ausdauersport ist Eiweiß ein ziemlich wichtiger Baustein, um beispielsweise die Regeneration zu fördern.

Ernährung ist ja immer sehr individuell und jeder muss da in sich selbst hineinhören. Wichtig ist einfach, dass gerade auch die Kohlenhydrate und Fette hochwertig sind. Das heißt bei den Kohlenhydraten:

  • Obst
  • Gemüse
  • Vollkornprodukte
  • Kartoffeln

Fette sollten möglichst naturbelassen sein:

  • Butter statt Margarine
  • Olivenöl
  • natives Kokosöl (ist auch super für das Immunsystem)
  • Nüsse, Samen, Avocado

Und Eiweißquellen gibt es auch ganz verschiedene:

  • Milchprodukte
  • Hülsenfrüchte
  • Nüsse
  • Eier, Fisch, Fleisch – aber bitte nicht aus Massentierhaltung/Supermarkt, sondern regionale Produkte, bei denen die Herkunft und die Art der Tierhaltung bekannt sind!

Wenn der Eiweißbedarf über die Ernährung nicht gedeckt werden kann, empfiehlt es sich durchaus auch mit Proteinshakes und Aminosäuren seine Nahrung zu ergänzen.

Wie schafft man den Sprung von der Olympischen zur Mitteldistanz oder sogar zur Langdistanz/Iron Man?

Da gibt es zwei Möglichkeiten: entweder planen, lange vorbereiten und viel trainieren oder einfach mutig sein und machen! Und dann natürlich auch bestmöglich vorbereiten und trainieren. Was ich aber damit sagen will – man kann Dinge auch ewig planen und sie werden nichts oder man entscheidet sich dafür und arbeitet darauf hin!

Für mich hat sich 2007 die Chance ergeben meine erste Langdistanz in Roth zu machen. Bis zum Renntag war ich noch nie einen Marathon gelaufen und war auch noch nie 3,8 km geschwommen. Ich hatte ein halbes Jahr Vorbereitungszeit, hatte aber berufsbedingt nur 5-7 Stunden pro Woche Zeit zum Trainieren. Da ist dann die Qualität des Trainings wichtig und nicht sinnlose Zeit mit „leeren“ Kilometern. Ich hatte mir für das Rennen dann „nur“ Ankommen vorgenommen und das hat dann auch super geklappt und auch schneller als ich gedacht habe. Und das Schönste dabei war – es hat immer Spaß gemacht und ich konnte es genießen!

Ich habe mich darauf aber auch mental vorbereitet und muss sagen, dass ich mental wirklich stark bin. Ich würde immer alles daran setzen ein Rennen zu beenden, wenn dadurch nicht meine Gesundheit gefährdet ist. Es gibt manchmal einfach Tage, da läuft es nicht wie gewünscht, aber das ist für mich kein Grund aufzugeben.

Welche Sportart ist neben den drei Triathlon-Sportarten deine Liebste?

Saras Triathlon, Teil 4

Was ist das wichtigste beim Triathlon?

Saras Triathlon, Teil 4

Welche Ziele verfolgst du in 2018? Ist ein Triathlon mit dabei?

Oh ja, sogar mehrere. Als Saisonhöhepunkt werde ich im August beim Allgäu-Triathlon in Immenstadt starten und davor stehen noch das ein oder andere Vorbereitungsrennen sowie einige Ligarennen für meinen Verein, den TCEC Mainz, auf dem Programm.

Ein weiteres Ziel ist das 100×100 Meter-Schwimmen im November in Mainz, bei dem ich bisher immer nur als Helfer dabei war und jetzt habe ich mir vorgenommen dort auch mal als Teilnehmer zu starten. Davor sollte ich dann aber schon mal ein paar Bahnen geschwommen sein… 😉

Was sind deine Top 3 Tipps, um die Olympische Distanz gut zu meistern und vielleicht im Training auch ein bisschen mehr zu erreichen?

  • gute Grundlagen
  • Intervalltraining
  • ganz viel Spaß, sowohl im Training als auch im Wettkampf!

Unter #Mutcamp kann man ja meinen Triathlon-„Leidensweg“ 🙂 etwas mitverfolgen. Aber im #Mutcamp gibt es ja noch andere Teilnehmer, die ihre ganz persönliche Geschichte erzählen. Welchem Team hast du dich angeschlossen und für wen fieberst du mit? Team Marc, Team Vanessa, Team Caro & Aline oder Team Andreas?

Ich drücke Marc ganz besonders die Daumen und wünsche ihm ganz viel Erfolg! Toll, dass er den Mut hat und jetzt den Entschluss gefasst hat etwas für sich, seinen Körper und vor allem seine Gesundheit zu tun! Wenn er es schafft, dass er durch Sport weniger Medikamente nehmen muss, werden sich sein Wohlbefinden und seine Gesundheit nach und nach verbessern. Das wird sein Leben noch viel lebenswerter machen

Für alle, die noch mehr von den Teams erfahren wollen klicken einfach hier oder schaut auf unsere Website vorbei.

An dieser Stelle ein riesen Dankeschön an Uli für ihre Zeit, Einblicke und Tipps.

Habt Ihr noch weitere Fragen an Uli? Stellt sie direkt hier und Ihr bekommt Antwort.

Mehr zu meinem Triathlon, wie es meinen Mitstreitern geht und wie es bei #Mutcamp weiter geht erfahrt ihr in den nächsten Tagen und Wochen hier… Bleibt mutig.

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Trotz Saras Marketing Bürojobs gehört sporteln einfach dazu – oder gerade deshalb. Besonders Kurse wie freestyle, deepWORK® oder bodyART® haben es ihr angetan. Außer am Wochenende: Dann findet man das Münchner Kindl meistens in den Bergen beim Mountainbiken oder Bergsteigen. Und ab und zu erscheint hier eine weitere kleine Leidenschaft – das Schreiben über das, was Spaß macht.

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