Gastbeitrag

Alexander Richter, National Fitness Manager

So verhinderst du die Hälfte aller Tumor-Erkrankungen

 – Teil 3 der Gesundheitsreihe –

Was viele nicht wissen: Ein geeigneter Lebensstil kann vor 50 Prozent aller Tumorerkrankungen bewahren. Wie ein solcher Lebenswandel aussieht? Das erläutert Experte Dr. Dr. Michael Despeghel im dritten Teil unserer Gesundheitsreihe.

Herr Dr. Dr. Despeghel, was ist ein Tumor?
Despeghel: Ein Tumor ist eine Zellanomalie, ein physiologisch ungeordnetes Wachstum von Zellen. Wachsen sie langsam und sind vom gesunden Gewebe leicht abzugrenzen, spricht man von einem gutartigen Tumor. Ein Tumor, der die Fähigkeit hat, in kurzer Zeit Metastasen zu bilden, ist bösartig: Er verdrängt gutartige Zellen und kann Organsysteme blockieren.

Welche Arten von Krebs gibt es vermehrt in Deutschland?
Despeghel: Frauen erkranken primär an Brustkrebs, Männer vor allem an Prostatakrebs. Die zweithäufigste Tumorerkrankung ist bei beiden Geschlechtern Hautkrebs, der oftmals durch zu viele und zu lange Besuche im Sonnenstudio verursacht wird. Deswegen trifft er dramatisch oft jüngere Frauen. Auf Rang Drei und Vier stehen Darm- und Lungenkrebserkrankungen.

Wie kommt es zu bösartigen Tumoren?
Despeghel: Die Entstehungsgründe sind multipel, man weiß nicht immer genau, wieso, weshalb, warum, aber wir wissen: Eine gesunde Lebensweise hat einen günstigen Einfluss. 50 Prozent aller Tumorerkrankungen können durch einen solchen Lebenswandel verhindert werden.

Welche Maßnahmen schützen uns?
Despeghel: Zu den Präventionsmaßnahmen gehören viel Bewegung, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, ein Rauchstopp sowie ein Sonnenschutzfaktor von mindestens 15 im Sommer. Auf Besuche im Solarium sollte man verzichten oder sie zumindest stark reduzieren. Wer sich dazu noch bedarfsgerecht ernährt, beugt Übergewicht und damit einer ganzen Anzahl von Krankheiten vor, darunter auch die Bildung von Tumoren.

Was für eine Rolle spielt das Körpergewicht in der Krebsprävention?
Despeghel: Die Daten des World Cancer Research Fund aus 7.000 Studien belegen: Besitzt ein Mensch lebenslang ein normales Körpergewicht, könnte das eine der wichtigsten Maßnahmen zum Erhalt der Gesundheit sein, insbesondere ein Schutz vor Krebserkrankungen. Schlank bleiben schützt auch vor einer Reihe anderer häufig auftretender Erkrankungen, wie Herzinfarkt oder Diabetes Typ II.

Inwiefern trägt Fitnesstraining zur Vorbeugung bei?
Despeghel: Es gibt ausgezeichnete Möglichkeiten, das Immunsystem zu stimulieren. Wer drei- bis viermal pro Woche Ausdauer und Kraft trainiert und dabei insgesamt zwischen 1.500 und 2.000 Kilokalorien verbrennt, kann das Risiko einer Tumorerkrankung deutlich reduzieren. Auch sollte man in der Tumorvorsorge auf eine moderate Trainingsintensität achten. Entscheidend als Ausgleich sind ausreichend Schlaf und Erholung.

Auch das Thema Ernährung hat im Tumorschutz einen wichtigen Part.
Despeghel: Richtig. Geeignet sind Nahrungsmittel mit einer niedrigen Energiedichte von unter 125 Kilokalorien pro 100 Gramm. Der Konsum energiedichter Lebensmittel nimmt derzeit weltweit zu und trägt vermutlich global zum Übergewicht bei. Dazu zählen unter anderem zucker- und alkoholhaltige Getränke.

Wie viel darf man denn über den Durst trinken?
Despeghel: In diesem Punkt gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede. Männer trinken nicht nur doppelt so viel Limonade wie Frauen, sondern auch sechsmal so viel Bier. Für die Krebsvermeidung wäre es am günstigsten, komplett auf Alkohol zu verzichten. Beim Herz-Kreislauf-Schutz dagegen ist moderater Alkoholgenuss erlaubt. Als Empfehlung gilt: Pro Tag sollten Männer nicht mehr als 20 Gramm Alkohol trinken, also maximal zwei Gläser Wein. Für Frauen liegt das Limit bei zehn Gramm Alkohol pro Tag – das entspricht einem Glas Wein.

Warum sind Fleischerzeugnisse derart in die Schlagzeilen geraten?
Despeghel: Das Krebsrisiko ist für diejenigen mit dem höchsten Fleischkonsum am größten. Auch hier liegen die Männer vorn: Sie essen doppelt so viel Fleisch wie Frauen und überschreiten den Orientierungswert um das Zweifache. Rotes Fleisch, etwa vom Rind, Schwein oder Lamm, ist riskanter als Geflügelfleisch und sollte nicht zu häufig verzehrt werden. Möglichst von der Einkaufsliste gestrichen gehört verarbeitetes Fleisch, das durch Räuchern, Beizen, Salzen oder mit chemischen Konservierungsmitteln haltbar gemacht wurde.

Was muss stattdessen auf die Teller?
Despeghel: Überwiegend pflanzliche Lebensmittel. Ideal ist es, wenn täglich 500 Gramm Gemüse, zwei Portionen Obst, Vollkornprodukte sowie weitere natürliche Ballaststoffquellen Teil der Ernährung sind.

Sie betonen auch die Bewältigung von Stress als Schutzmaßnahme. Wie wirkt sich Stress auf den Körper aus?
Despeghel: Stressreaktionen sind im Grunde genommen nützlich. Sie erlauben es uns, mit plötzlichen Herausforderungen fertig zu werden. Problematisch werden Stressreaktionen dann, wenn sie zu lange auf hohem Level andauern. Wird das Stresshormon Kortisol ausgeschüttet, reduzieren sich die weißen Blutkörperchen, die zu den Zellen des Immunsystems gehören. Bleibt das Kortisol unverhältnismäßig lange im Blut, hat das Folgen: Das Immunsystem ist mit dieser Baustelle beschäftigt und erkennt andere Zellen nicht, die ebenfalls gefährlich sind. So kann es zu ernsthaften Problemen kommen, etwa zu Diabetes Typ II, einer Herz-Kreislauf- oder eben einer Tumorerkrankung.

Was hilft gegen Stress?
Despeghel: Belastbarkeit ist wie ein Polster. Ausdauertraining zum Beispiel schützt – in Kombination mit Entspannungsüben wie Yoga – ausgezeichnet vor negativen Stressfolgen. Der Körper wird belastungsfähiger und die Hormone kommen wieder ins Gleichgewicht. Das Training wirkt der blutdrucksteigenden Wirkung von Adrenalin entgegen, das bei Stress ebenfalls ausgeschüttet wird. Durch Sport fällt es auch leichter einzuschlafen: Regeneration ist unverzichtbar, um Stress entgegenzuwirken.

Lies auch, welche Maßnahmen Dr. Dr. Michael Despeghel gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen empfiehlt und wie Sport das Krebsrisiko reduziert.

Bereits über 400.000 Menschen leben nach den Gesundheitskonzepten des Bestseller-Autors: Dr. Dr. Michael Despeghel ist bekannt aus zahlreichen Fernsehauftritten. Seit rund 25 Jahren referiert der Sportwissenschaftler zu Fitness- und Gesundheitsthemen.

Fitnessexperte

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Diese Artikel schreiben unsere Experten und Partner: Ob National Fitness Manager Alexander Richter, National Group Fitness Managerin Veronika Pfeffer oder unsere Partner und Ernährungsexperten - lies hier den Expertentipp!