Gastbeitrag

Melissa Schumacher, ASANAYOGA

Yoga ist kein Wettkampf – alles kann, nichts muss

Wer kann am längsten die Kobra halten, wer schafft es als erstes in den kerzengeraden Kopfstand? Bei wem sehen die Haltungen am beeindruckendsten aus? Wer mit dieser Einstellung Yoga praktiziert, wird schnell auf den Boden der Tatsachen gebracht: Im Yoga, dieser uralten indischen Bewegungspraxis, kommt es nicht auf ein Höher, Schneller, Stärker an, sondern auf innere Stärke, körperliche Flexibilität, Balance und Entspannung – und insofern auf sich Selbst.

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Der schiefe Blick im Yogastudio zur Nachbarin, die Ungeduld, auch nach wochenlangem Üben immer noch nicht den Kopfstand hinzubekommen – vielen Yogis geht es so. Doch das hat zur Folge, dass sie unentspannt sind, sich kaum auf sich selbst konzentrieren können und irgendwann unzufrieden werden.

Dabei ist Yoga alles andere als ein Wettbewerb, bei dem man sich mit anderen misst. Nie kommt es darauf an, wer sich am höchsten in die Luft stemmen, am längsten eine bestimmte Asana (Yogahaltung) halten oder sich am besten verbiegen kann. Wer den Sinn von Yoga erfasst hat, sieht in den Bewegungsabläufen keine Art von Challenge, sondern eine besonders gesunde Weise, mehr Kraft zu schöpfen, Energie zu gewinnen und den Kopf frei zu bekommen.

Kein „Training“, sondern „Übungen“

Ist dir zum Beispiel schon einmal aufgefallen, dass es sehr viele Yogakurse und Yogareisen sowohl für Profis als auch Anfänger gibt? Und dass nie jemand im Yoga von „Training“ spricht, wie bei Wettkampfsportarten?

Dein Yogalehrer (nicht Yogatrainer) hat die Aufgabe, dir zu zeigen, wie du die Übungen „richtig“ ausführst, also eine gesunde, entspannende und sinnvoll ausgeführte Haltung einnimmst. Dein Yogalehrer weiß auch am besten, welche Übungen für dich geeignet sind – ob zur Seelenentspannung, für dein Rückenleiden oder einfach für mehr Kraft und Flexibilität in deinem Körper.

Yoga ist wie das Leben selbst: ausdrucksstark, flexibel, kreativ, abwechslungsreich und auf dich und deine Bedürfnisse abgestimmt. Yoga ist nicht dazu geeignet, andere zu beeindrucken, deine Kraft oder deine Kunstfertigkeiten mit anderen zu messen. Es geht hier nur um dich selbst, um deine innere Stärke, um mehr Ausgeglichenheit und Flexibilität.

Das heißt natürlich nicht, dass du keine Leidenschaft oder Ziele brauchst – die steckst du dir aber eben für dich selbst und nicht etwa für dein „Team“. Daher ist Yoga sowohl für „Einzelkämpfer“ als auch in der Gruppe gleichermaßen gut geeignet. Yogakurse unter professioneller Anleitung, auf die du gerade anfangs nicht verzichten solltest, finden natürlich fast immer im Yoga- guten Fitnessstudios und somit in Gruppen statt. Zusätzlich kannst du die Übungen auch jederzeit zuhause in deinem Wohnzimmer praktizieren.

Yoga als Therapie

Yoga wird sogar häufig ärztlich verordnet – um körperlich als auch seelisch und geistig Kraft zu gewinnen. Ich habe noch keinen Yogi getroffen, der nicht von der unglaublich stärkenden Wirkungen seiner Übungen berichtete. Du stärkst nicht nur Muskeln, Sehnen und Bänder, sondern auch deine geistige Stabilität, dein Selbstbewusstsein, deine Konzentration, dein Gleichgewicht sowie deine Psyche. Yoga stellt damit das her, was im Leben verloren geht, es holt dich zurück zum wirklich Wesentlichen und beruhigt jede Faser deines Selbst.

Du genießt das, was du kannst, testest deine Grenzen aus und verschiebst sie Stück für Stück. Damit forderst du dich – und nur dich – jedes Mal auf’s Neue heraus.

Yoga ist Inspiration, Verneigen und Staunen: Über das, was du kannst, was du erreichst und was du für dich selbst bewirkst.

melissa schumacher, asanayoga gastbloggerin

Melissa ist Bloggerin, Yogi-Wannabe und Backpacking-Enthusiastin mit viel Liebe für Umwelt und Natur. Melissas Yoga-Stil setzt sich aus unterschiedlichen yogischen Philosophien von Indonesien, Süd-Korea, der Türkei und Deutschland zusammen. Seit Januar ist sie Teil der ASANAYOGA Familie und ab sofort teilt sie auch für dich im Fitness First Blog ihre Erfahrungen und schreibt als Gastbloggerin.

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