Gastbeitrag

Melissa Schumacher, ASANAYOGA

Yoga funktioniert auch ohne OOhmm

Yoga ohne Meditation ist unmöglich! – oder doch? Die Vereinigung von Körper, Geist und Seele ist die Essenz im Yoga, seine Stärke und Faszination. Doch Mantra, Chanting und Traumreisen sind nicht jedermanns Geschmack. Du kannst mit Yoga auch glücklich werden ohne Oohmmm…

Räucherstäbchen, summende Yogaklassen und Mala-Schmuck sind eine Horrorvorstellung für dich? Andererseits weißt du, dass Yoga deine Muskeln und Gelenke stärken, deine Rückenleiden und Nackenschmerzen beenden kann – doch traust dich beim Gedanken an meditierende Yogaklassen nicht, Yoga mal auszuprobieren?

Dann habe ich hier eine gute Nachricht für dich: Es gibt inzwischen eine Menge Yogalehrer und Yogastile, die auch ohne tiefe Meditation und Mantrasingen auskommen. Klar sind im Yoga – wie auch im Sport – die ruhigen Sequenzen wichtig, damit sich dein Körper zu erholen kann und du ein Gegengewicht zu den praktischen Yogaübungen (Asanas) schaffst. Um zur Ruhe zu kommen, in sich reinzuhorchen und die eigenen Gedanken zu ordnen. Aber das muss nicht unbedingt in Form von tiefer Meditation sein.

Yoga beinhaltet traditionell acht „Pfade“, also Teilgebiete. Lediglich einer davon sind die Yogaübungen, ein anderer die Meditation. Pranayama, die yogischen Atemtechniken, sind ein weiterer. Natürlich sagen viele, dass Yoga nur vollständig ist, wenn alle diese acht Pfade in die eigene Praxis aufgenommen werden. Die Asanas werden so als Vorbereitung zur Meditation gesehen: Durch die Übungen werden Geist und Körper auf die innere Einkehr eingestellt und diszipliniert.

Step 1: Such dir deinen eigenen Yogastil!

Die traditionelle indische Yogapraxis kam vor einigen Jahrzehnten zu uns in den Westen und wurde von verschiedenen Vertretern, oft eingewanderte Inder oder US-Amerikaner, an die Bedürfnisse der Menschen hier angepasst. Inzwischen gibt es eine schier unglaubliche Vielzahl an Yogaarten, die unterschiedliche Schwerpunkte setzen und jeweils auf verschiedenen Praktiken basieren: vom klassischen Hatha- und Ashtanga Yoga über das kraftvolle Power Yoga und Hot Yoga (kräftigende und schweißtreibende Übungen in einem 40 Grad warmen Raum) bis hin zum artistischen Acroyoga und dem Stand-up Paddle-Yoga, bei dem die Asanas auf einem Surfbrett praktiziert werden. Damit du einen Eindruck über die Vielzahl der Yogaangebote erhältst, findest du hier eine Zusammenstellung mit jeweils kurzen Beschreibungen der wichtigsten Yogastile: Alle Yogastile im Überblick

Step 2: Frag den Teacher!

Natürlich werden nicht alle Yogastile im Yogastudio bei dir vor Ort angeboten werden. Doch es besteht immer auch die Möglichkeit, dort anzufragen, welche Klassen es dort gibt, was die Inhalte sind und welche Rollen eben die verschiedenen Yoga-Elemente spielen. Vielen Yogalehrern liegt es am Herzen, sich auf die Bedürfnisse ihrer Schüler einzulassen und auch über ihren eigenen „Tellerrand“ hinauszuschauen. Sprich einfach an, was dir am Yoga wichtig ist, welche Ziele du verfolgst und welche Wirkungen du dir von Yoga erhoffst.
Auf angeleitetes Yoga im Studio solltest du gerade am Anfang keinesfalls verzichten, um Fehlhaltungen zu vermeiden und professionell begleitet zu werden. Zusätzlich zu den Klassen im Yogastudio kannst du natürlich auch Übungen zuhause praktizieren und dort nochmal deine ganz eigenen Schwerpunkte setzen.

Eine weitere wunderbare Möglichkeit, einen ersten Einstieg zum Yoga zu erhalten, sind spezielle Yogareisen. So kannst du zum einen dein Traumziel besuchen und hast zum anderen einen Yogalehrer dabei. Oft steht ein bestimmter Yogastil im Vordergrund, den du im Voraus anfragen kannst.
In der Regel gibt es zweimal am Tag Yogaübungen, daneben eine Menge Ausflüge und Zeit für sich. Außerdem hast du auf Reisen die gute Möglichkeit, Yogis kennenzulernen und mit ihnen über ihre Erfahrungen und ihre Yogapraxis zu sprechen. Dabei brauchst du keine Angst zu haben, bei den Übungen nicht Schritt halten zu können: Die meisten Reisen werden sowohl für Yogaanfänger als auch für Fortgeschrittene angeboten.

Step 3: Ausprobieren!

Am besten verschaffst du dir dein eigenes Bild. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. In den wenigsten Yogaklassen erwarten dich tatsächlich Mantra-Beten und spirituelle Traumreisen. Viele Yogalehrer klären vorher mit ihren Schülern ab, was diese sich wünschen und was nicht. Die Ruhephasen im Yoga dienen dann nicht der klassischen Meditation, sondern der Erholung und dem Ausgleich zu den Bewegungen.

Du wirst sehen: Es ist nicht alles OHM, was in sich kehrt.

melissa schumacher, asanayoga gastbloggerin

Melissa ist Bloggerin, Yogi-Wannabe und Backpacking-Enthusiastin mit viel Liebe für Umwelt und Natur. Melissas Yoga-Stil setzt sich aus unterschiedlichen yogischen Philosophien von Indonesien, Süd-Korea, der Türkei und Deutschland zusammen. Seit Januar ist sie Teil der ASANAYOGA Familie und ab sofort teilt sie auch für dich im Fitness First Blog ihre Erfahrungen und schreibt als Gastbloggerin.

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