Gastbeitrag

Anne Steinbach, ASANAYOGA

Yoga und Fußball

Ein sportliches Dream-Team

Fußballer auf der Yogamatte? Das kann man sich kaum vorstellen. Doch schon lange wissen wir: Ja, auch unsere Nationalelf entspannt beim Sonnengruß und herabschauenden Hund – Yoga und Fußball passen zusammen. Mittlerweile gibt es einige Teams, die ihren privaten Yogalehrer haben und Yoga fest in den Trainingsablauf integrieren. Der wohl mittlerweile bekannteste Yogalehrer der Fußballwelt ist Dr. Patrick Broome – der Yogalehrer unserer deutschen Fußballmannschaft. Er hat bereits drei Jivamukti-Zentren in München eröffnet und sogar ein Buch veröffentlicht: „Yoga für den Mann“.

Wann wird das Yogatraining am besten für Fußballer eingesetzt?

Yoga ist ein vielseitig einsetzbares Training, das vor oder nach dem Fußballspiel eingesetzt werden kann. Dabei geht es um zwei wesentliche Aspekte, die ganz natürlich aus einer Yoga-Session entstehen: Entspannung und Muskelstärkung.

Yoga vor dem Fußballspiel

Gerade vor dem Fußballspiel sind es die kraftvollen Übungen des Jivamukti-Yoga, die Fußballer perfekt vorbereiten und die als guter Zusatz zum sehr anstrengenden Fußballtraining dienen.

Dabei sind Übungen wichtig, die den Brustkorb stärken, aber auch solche, die die Beine dehnen und den Rücken und die Leiste ausgleichen. Dr. Patrick Broome schwört bei seinem Yoga-Training auf die Kriegerpositionen: „Experten sehen in einer guten Kraftübertragung zwischen Oberkörper und den Beinen den Schlüssel zum fußballerischen Erfolg“, erklärt Dr. Patrick Broome – und genau diesen erkennt Broome in den Kriegerpositionen.

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Der Krieger ist eine herausfordernde Asana, die dem Körper einiges an Stärke und Stabilität abverlangt. Es gibt drei verschiedene Arten des Kriegers: Krieger 1, 2 und 3. Krieger 1 und 2 sind für Anfänger geeignet, wobei sich Krieger 3 eher an fortgeschrittene Yogis und Yoginis richtet. Der Krieger 1 wird im Yoga-Unterricht gerne beim Aufwärmen bzw. bei den Sonnengrüßen eingebaut. Alle drei Yoga Übungen haben gemeinsam, dass sie im Stehen ausgeführt werden. Ebenfalls sind die Arme immer ausgestreckt und deren Muskeln aktiv – passend für Fußballer.

Wichtig für Fußballer ist außerdem die Stärkung des Brustkorbs und der Beinrückenseiten. Dafür dient ganz besonders die Brücke, denn auch die hat einige wertvolle Vorteile:

  • Sarvangasana Setu Bandha stärkt deine Wirbelsäule und dein Gesäß
  • Öffnet Lunge und Herz und regt die Herzmuskulatur an
  • Dehnt Brust, Hals, Rücken und Hüfte
  • Trainiert Becken, Hüften und Beine
  • Aktiviert dein Anahata-Chakra (das innerste Chakra) und dein Vishuddha-Chakra (Chakra der besonderen Reinheit)
  • Beruhigt Geist, Nerven und Körper
  • Gibt dir neue belebende und erfrischende Energie
  • Hilft bei Stress und Traurigkeit
  • Verbessert die Blutzirkulation
  • Fördert die Verdauung

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Yoga nach dem Fußballspiel

Nach 90 Minuten oder sogar noch mehr Action müssen Fußballer wieder runterkommen. Yoga und Fußball passen auch hier perfekt, denn Dehnungen und Atemübungen sind hierfür super Helfer. Sie ziehen den Fußballern nicht nur die Anspannung aus dem Körper, sondern helfen ihnen auch, neue Kraft für das nächste Spiel zu sammeln. Die Muskeln und inneren Organe werden durchblutet, wodurch sich die Schlafqualität enorm verbessert. „Durch Dehnung und Entspannung lösen sich Energieblockaden in den Gelenken, die Energie kann wieder frei fließen und somit bewegt sich der Spieler ganz anders, sicherer über den Platz“, meint Dr. Patrick Broome.

Abgesehen von einfachen Dehnungen im Sitzen und auch im Stehen hat der Atem eine weitere wichtige Rolle inne. Im Pranayama werden Körper und Geist durch verschiedene Atemübungen in Einklang gebracht. Pranayama soll die innere Lebenskraft wecken und stärken, doch mit einfachen tiefen Atemzügen ist es nicht getan. Yogis und Yoginis bereiten sich damit auf eine Yoga Session vor geraten in ein meditatives Mindset. Die bewusste Atmung zieht sich weiter wie ein roter Faden durch die Yoga Übungen. Erst dadurch können wir richtig eintauchen und die positive Wirkung von Yoga spüren.

„Jede vom Atem geführte Bewegung im Yoga fördert das Konzentrationsvermögen“, so Broome. „Wie soll ich an etwas anderes denken, wenn ich mich auf meinen Atem und ungewohnte körperliche Bewegungsabläufe gleichzeitig konzentrieren soll?“, fragt er und definiert damit den Grundgedanken des Yoga-Trainings nach dem Fußballspiel.

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Yoga und Fußball, das passt doch irgendwie, oder?

Yoga und Fußball, das gehört irgendwie doch zusammen, oder nicht? So richtig durchgesetzt hat sich das Training noch lange nicht, da es häufig wichtiger ist, Tore zu erzielen als ausgeglichen und gut trainiert zu sein. Mit Misserfolg der Teams wird dann häufig nicht nur der Trainer, sondern auch der Physiotherapeut und Yoga-Trainer entlassen.

Dr. Patrick Broome ist und bleibt allerdings der Yogaheld der deutschen Nationalmannschaft und trainiert die Jungs Richtung Erfolg. Wir dürfen gespannt bleiben, wie weit wir es diesmal schaffen und liebe Fußballfans, immer schön tief einatmen wenn es mal wieder viel zu spannend wird und das Tor zum Greifen nah scheint.

Habt ihr schon einmal Yoga in Kombination mit Fußball ausprobiert? Schreibt uns eure Erfahrungen gerne in die Kommentare. Wir freuen uns darauf.

anne-steinbach

Anne von ASANAYOGA ist Reisejournalistin, Bloggerin und schon seit vier Jahren in Indonesien verliebt. Manchmal teilt sie diese Liebe auch mit anderen Ländern in Südostasien, dann packt sie ihren Schrammel-Backpack und zieht los. Yoga macht sie schon seit 5 Jahren und hat gerade Bikram für sich entdeckt. Nur an das Schwitzen muss sie sich noch gewöhnen.

Gastbloggerin Anne Steinbach

Gastbloggerin Anne Steinbach

Ich bin freie Journalistin und Online Redakteurin und schreibe neben Yoga- und Fitnessthemen, auch auf meinem eigenen Reisemagazin Travellers Archive (https://travellersarchive.de/) über meine Reisen in die etwas anderen Destinationen. Falls ich zwischendurch zum Sport machen komme, laufe oder surfe ich am liebsten – alternativ gehen aber auch gemütliche Yogastunden in Ordnung.